Arzthelfer/in - (Medizinische/r Fachangestellte/r)

Aufgaben und Tätigkeiten

Medizinische Fachangestellte assistieren Ärzten und Ärztinnen bei der Untersuchung und Behandlung, Betreuung und Beratung von Patienten und führen organisatorische und Verwaltungsarbeiten durch. Beschäftigungsmöglichkeiten finden Medizinische Fachangestellte in Arztpraxen aller Fachgebiete sowie in Krankenhäusern und anderen Institutionen und Organisationen des Gesundheitswesens. Darüber hinaus können sie in betriebsärztlichen Abteilungen von Unternehmen und in medizinischen Labors tätig sein.

Ausbildungsinhalte

In den ersten 18 Monaten lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:
  • wie man Patienten vor, während und nach der Behandlung betreut und berät
  • wie man Patientendaten aufnimmt und elektronisch verarbeitet
  • bei der ärztlichen Therapie zu assistieren und beispielsweise Stütz- und Wundverbände anzulegen oder Wärme-, Kälte- und Reizstromanwendungen durchzuführen
  • worauf bei der Durchführung von Hygienemaßnahmen zu achten ist, wie Geräte, Instrumente und Apparate sterilisiert und wie kontaminierte Materialien entsorgt werden
  • wie die Hauptsymptome und Krankheitsbilder von Infektionskrankheiten zu erkennen sind, welche Schutzmaßnahmen ggf. zu ergreifen sind und wie Infektionen vermieden werden können
  • wie man ärztliche Untersuchungen und Behandlungen vorbereitet, indem man z.B. Patienten wiegt oder deren Lungenfunktion prüft
  • für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu sorgen
  • worauf bei der Organisation von Hausbesuchen und Notdiensten zu achten ist
  • Patiententermine zu planen, zu koordinieren und zu überwachen
  • wie man die für die Praxis benötigten Waren und Materialien bestellt und verwaltet
  • wie Standard- und Branchensoftware im Praxisalltag eingesetzt werden
  • Behandlungsunterlagen zusammenzustellen, weiterzuleiten und zu dokumentieren
  • Datenschutzvorschriften zu beachten und Dokumente sicher aufzubewahren
In der zweiten Hälfte ihrer betrieblichen Ausbildung lernen die Auszubildenden u.a.:
  • wie man Arzneimittel, Sera, Impfstoffe, Verbands- und Hilfsmittel lagert und überwacht
  • wie man bei Befundaufnahmen und diagnostischen Maßnahmen, z.B. Ultraschalluntersuchungen und Katheterisierungen, assistiert und die entsprechenden Geräte und Instrumente pflegt und wartet
  • wie man Laboruntersuchungen durchführt, Labordaten und Untersuchungsergebnisse einstuft und weiterleitet
  • wie man Patienten über Praxisabläufe bezüglich Diagnostik, (Weiter-)Behandlung oder Abrechnung informiert
  • wie mit Beschwerden und Konfliktsituationen umzugehen ist
  • worauf bei der Betreuung von speziellen Patientengruppen, etwa Risikopatienten oder chronisch Kranken, zu achten ist
  • wie Patienten über medizinische Leistungsangebote informiert werden und wie sie bei Patientenschulungen mitwirken können
  • wie betriebliche Marketingmaßnahmen zur Förderung der Patientenzufriedenheit entwickelt und umgesetzt werden
  • Qualitätssicherungsmaßnahmen im eigenen Verantwortungsbereich zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren
  • wie Zahlungsvorgänge abgewickelt, kontrolliert und dokumentiert werden
  • worauf zu achten ist, wenn Abrechnungen organisiert, erstellt, geprüft und weitergeleitet werden
  • wie medizinische Dokumentations- und Klassifizierungssysteme angewendet werden
  • wie Patienten bei chirurgischen Behandlungsmaßnahmen vorbereitet werden, wie eine Wunde versorgt und Nahtmaterial entfernt wird
  • wie man Proben für Untersuchungszwecke durch Blutentnahme oder Abstriche gewinnt
  • wie Injektionen durchgeführt werden
  • wie man Notfälle erkennt, welche Sofortmaßnahmen zu veranlassen sind und wie man Erste Hilfe leistet
  • welche Präventionsmaßnahmen und Möglichkeiten der medizinischen Rehabilitation es gibt
Während der gesamten Ausbildungszeit wird den Auszubildenden vermittelt:
  • welche gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag entstehen
  • wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist und welche gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen der medizinischen Versorgung zu beachten sind
  • wie die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften angewendet werden
  • wie Umweltschutzmaßnahmen beachtet und angewendet werden
In der Berufsschule sind folgende Lernfelder Gegenstand des theoretischen Unterrichts:
  • Patienten empfangen und begleiten
  • bei Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparates assistieren
  • Praxishygiene und Schutz vor Infektionskrankheiten organisieren
  • Waren beschaffen und verwalten
  • Patienten bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen der Erkrankungen des Verdauungssystems begleiten
  • Patienten bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen der Erkrankungen des Urogenitalsystems begleiten
  • Patienten bei kleinen chirurgischen Behandlungen begleiten und Wunden versorgen
  • Zwischenfällen vorbeugen und in Notfallsituationen Hilfe leisten
  • Patienten bei der Prävention begleiten
  • Praxisabläufe im Team organisieren
  • im Beruf und Gesundheitswesen orientieren
  • berufliche Perspektiven entwickeln
Welche Neigungen und Interessen sollten für diesen Ausbildungsberuf mitgebracht werden?
  • Interesse an medizinischen Sachverhalten
  • Neigung zum Umgang mit Menschen (ständiger Kontakt zu Patienten)
  • Neigung zu helfender und betreuender Tätigkeit (Patienten während einer Behandlung betreuen, Verbände anlegen, Medikamente verabreichen)
  • Neigung zu kundenorientierter Tätigkeit (auf Patientenwünsche eingehen, Patienten beraten)
  • Neigung zu Büro- und Verwaltungsarbeiten (z.B. Arztbriefe und Überweisungen schreiben, Abrechnungen mit Krankenkassen und Privatpatienten durchführen)
  • Neigung zu planender und organisierender Tätigkeit (Sprechstundenablauf organisieren)