Blutspendetermine heute:

Was passiert mit dem Blut nach der Blutspende?

Für die Verarbeitung von Vollblutspenden bleibt nicht viel Zeit: Innerhalb von maximal 24 Stunden nach der Entnahme muss das kostbare Blut filtriert und aufgetrennt sein. Dann sind die dabei gewonnenen roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bei + 4 °C zu lagern.

Beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes erfolgt die Verarbeitung der Blutspenden im Produktions- und Logistikzentrum im unterfränkischen Wiesentheid. Dorthin werden nach Ende der Spendetermine alle Blutspenden aus ganz Bayern gebracht.

Am Anfang steht die Filtration

Die Verarbeitung beginnt mit der Filtration. Hier werden die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, herausgefiltert. Sie würden den Empfänger nur unnötig belasten. In Wiesentheid geschieht dies mit Hilfe einer modernen Förderanlage. Innerhalb von längstens 45 Minuten läuft das Blut der Vollblutspende durch den Filter. Knapp 450 Spenden werden hier pro Stunde bearbeitet. Um die zügige Verarbeitung sicherzustellen, fangen die ersten BSD-Mitarbeiter schon um 3.00 Uhr nachts an zu arbeiten.

Trennung mit 18 Zentrifugen

Für eine Transfusion werden heute Erythrozyten (rote Blutkörperchen) verwendet. Um diese zu gewinnen, muss jede Blutkonserve zentrifugiert werden. 18 Zentrifugen sind dabei in Betrieb. Durch die Zentrifugation lagern sich die Erythrozyten unten im Blutbeutel ab, während sich oben das Plasma sammelt.

Mit halbautomatischen Trennmaschinen wird das Plasma dann in einen anderen Beutel überführt. Die Blutkonserven mit den Erythrozyten sind 42 Tage haltbar. Damit das so ist, wird den Zellen eine Nährlösung zugeführt. Nach der Trennung werden die roten Blutzellen bei 4 °C gelagert. Eine Nacht lang müssen die Laborbefunde abgewartet werden, denn erst wenn alle erforderlichen Laboruntersuchungen abgeschlossen sind und keine krankhaften Befunde erhoben wurden, darf die Konserve für einen Patienten verwendet werden.

Plasma zur Transfusion und für Arzneimittel

Wenn Plasma innerhalb von sechs bis maximal 18 Stunden nach der Entnahme tiefgefroren wird, kann es ebenfalls für Transfusionen verwendet werden. Nicht unmittelbar für Transfusionen benötigtes Plasma kann zur Herstellung von anderen dringend benötigten Arzneimitteln, zum Beispiel Gerinnungsfaktorkonzentrate und Immunglobulinpräparate, verwendet werden.