Was ist Blut und wofür wird es benötigt?
Blut ist ein flüssiges Organ aus vielen lebenden Zellen und kleinsten Teilchen. Es transportiert unter anderem Sauerstoff und Nährstoffe, dient der Abwehr von Krankheitserregern und reguliert die Körpertemperatur. Bis zum heutigen Tag ist es trotz intensiver Forschung nicht gelungen, funktionsfähige Blutzellen künstlich zu entwickeln. Blut ist durch nichts zu ersetzen, es bedeutet Leben.
Schon der griechische Arzt Hippokrates beobachtete im 4. Jh. v. Chr., dass sich Blut, wenn man es im Messkolben stehen lässt, durch Senkung in drei Schichten trennt: Die unterste und schwerste Schicht macht etwa 45 Prozent des Gesamtvolumens aus. Sie enthält die roten Blutkörperchen, die auch Erythrozyten genannt werden. Darauf folgt eine dünne Mittelschicht, die aus den weißen Blutzellen (Leukozyten) sowie den Blutplättchen (Thrombozyten) besteht. Die klar wässrige, blassgelbe Oberschicht, das sogenannte Blutplasma, bildet den dritten Teil.
Rote Blutzellen (rote Blutkörperchen oder Erythrozyten) enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, mit dessen Hilfe sie Sauerstoff von der Lunge zu allen Körpergeweben transportieren. Der Sauerstoff wird im Körpergewebe zur Energiegewinnung gebraucht. Dabei entsteht Kohlendioxid als Abfallprodukt, welches von den roten Blutkörperchen wieder zurück zur Lunge transportiert und abgeatmet wird. Die weißen Blutkörperchen haben als ein Teil unseres Immunsystems die Aufgabe, fremdes Gewebe und Krankheitserreger zu erkennen und zu beseitigen.
Blutplättchen (Thrombozyten) sind dafür zuständig, eine entstandene Blutung zu stoppen und spielen somit eine bedeutende Rolle bei der Blutgerinnung. Das Blutplasma, das mehr als die Hälfte des Blutvolumens ausmacht, besteht zu über 90 Prozent aus Wasser. Darin gelöst sind eine Vielzahl weiterer Substanzen, wie zum Beispiel Salze, Eiweißstoffe, Hormone, Fette, Zucker, Mineralstoffe und Vitamine, die allesamt lebenswichtig sind. Albumin ist das mengenmäßig wichtigste Protein (Eiweißverbindung) im Blutplasma. Seine beiden Hauptaufgaben sind der Transport verschiedenster Stoffe und die Aufrechterhaltung des Blutvolumens durch Binden von Wassermolekülen. Im Zusammenwirken mit den weißen Blutkörperchen sind Immunglobuline (spezielle Art von Proteinen) unersetzlich für eine funktionierende Abwehr von
Krankheitserregern.
Gerinnungsfaktoren (ebenfalls Eiweißverbindungen) des Blutplasmas sind ebenso wie die Blutplättchen notwendig, um Blutungen zu stillen. Albumin, Immunglobuline und Gerinnungsfaktoren können heute aus Blutplasma durch chemische und physikalische Trennmethoden isoliert wer den. Sie stehen dann als stabile und dauerhaft lagerbare Blutbestandteile zur Verfügung.
