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Blutspendedienst ab sofort mit dem DAV unterwegs

Ein Beitrag von Stefanie Sklarzik vom 31.01.2018
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Kletterprofi und DAV-Mitglied Sebastian Halenke bei seiner ersten Blutspende. (Bilder: BSD / Andi Mayr)

 

Der Blutspendedienst geht ab sofort Hand in Hand mit dem Deutschen Alpenverein (DAV). Die neuen Partner haben ab 2018 eine Zusammenarbeit im Bereich Kommunikation vereinbart. Diese sieht ein gemeinsames Auftreten im Rahmen einzelner Kampagnen, Veranstaltungen sowie Medien vor. Ziel ist es, auf die große gesellschaftliche Bedeutung der Blutspende aufmerksam zu machen. Dazu gehört es, langfristig möglichst viele Blutspender zu gewinnen und dabei insbesondere DAV-Mitgliedern aufzuzeigen, wie einfach sie sich als Lebensretter auszeichnen können. Denn: Freiwilliges Blutspenden rettet Leben und ist ein sozialer Dienst für die Gemeinschaft aller.

„Wir sind stolz und glücklich, mit dem Deutschen Alpenverein einen weiteren renommierten und überregional tätigen Partner an unserer Seite zu wissen. Das Thema Blutspende über reichweitenstarke Medien in einer relevanten Zielgruppe platzieren und im Rahmen gemeinsamer Aktionen über die Blutspende informieren zu können, sind wertvolle Möglichkeiten, neue Spender zu gewinnen“, sagt Georg Götz, kaufmännischer Geschäftsführer des BSD.

Als gemeinnützige Organisationen leisten sowohl DAV wie auch BSD in ihren jeweiligen gesellschaftlichen Bereichen wichtige Beiträge, die größtenteils auf ehrenamtlicher Arbeit basieren. Der DAV ist als weltgrößter Bergsportverband  Ansprechpartner Nummer eins für rund 1,2 Millionen berg- und outdoorsportinteressierte und aktive Menschen, unter ihnen sind über 300.000 Mitglieder im Alter bis 27 Jahre, die in der Jugend des DAV organisiert sind. Der Zugang zu einer neuen Zielgruppe bedeutet für die Arbeit des Blutspendedienstes mit Blick auf dessen Versorgungsaufgabe eine wirkungsvolle Chance. Aktuell kann der BSD auf rund 250.000 aktive Blutspender in Bayern vertrauen, die durchschnittlich zweimal im Jahr ihr Blut für andere Menschen geben. So gewährleistet der BSD im Freistaat eine umfassende und sichere Versorgung mit überlebenswichtigen Blutprodukten und fördert das Gesundheitswesen.

Interview:

Runter von der Wand, rauf auf die Liege!

Kletterprofi Sebastian Halenke weiß, was er will: Leben retten


Mit gutem Beispiel voran schritt einer aus dem Mitgliederkreis der DAV-Jugend: Sebastian Halenke  spendete zum ersten Mal Blut und ist damit neuer Lebensretter! Nicht nur augenscheinlich besitzt der junge Mann Charisma. Normalerweise trifft man den Nationalkaderathleten und Weltcupsieger hängend an der Kletterwand. Für die Blutspende hat er sich aus Überzeugung von ihr losgeeist und einfach mal hingelegt. „An die Spenderliege könnte ich mich glatt gewöhnen“, sagt der 22-Jährige und zeigt nach seiner guten Tat zurecht eine stolz geschwellte Brust. Wie es war, warum er Blut spendet und es wieder tun will, erzählt Sebastian Halenke im Interview.

Stolzer Erstspender: Kletter-Ass Sebastian Halenke engagiert sich für ein überlebenswichtiges Thema. (Bilder: BSD / Andi Mayr)

Sebastian, wie war`s das erste Mal auf der Spenderliege?

Grundsätzlich ist es ja immer ungewohnt, neue Dinge zu tun. Aber ich muss sagen, ich war sehr entspannt auf der Liege, auch weil das Umfeld sehr nett und aufgeschlossen war. Dementsprechend war das Ganze halb so schlimm und ging zu meinem Erstaunen auch ziemlich schnell.

War Dir das Thema Blutspenden völlig neu?

Ich habe mich ja bewusst dafür entschieden, Blut zu spenden. Auch wenn ich mich vorher noch nicht tiefgreifender damit auseinandergesetzt hatte, weiß ich dennoch um die andauernde Problematik, genügend Spender zu finden, auch in Bezug auf seltene Blutgruppen. Deshalb sehe ich es auch als unheimlich nützlich an, dass der Blutspendedienst und der DAV jetzt gemeinsame Wege gehen, um die Blutspende anzukurbeln. Ab jetzt bin auch ich mit meinem Herzblut dabei und werde mit Sicherheit wieder spenden.

Und fernab der Spenderliege - wie sieht Dein Leben als Kletterer aus?

Ich bin professioneller Wettkampfkletterer. Dementsprechend besteht meine Freizeit zu 95 Prozent aus Training. Aufgrund der vielen Wettkämpfe, die ich im Jahr bestreite, ist auch die Reisetätigkeit nicht unerheblich. Wenn ich mal zu Hause bin, bin ich sehr gern draußen in der Natur. Ich wohne im Schwarzwald  und genieße dort gern die Zeit zum Durchatmen, um Ruhe und Kraft zu tanken.


Du hast Dir eine Sportart ausgesucht, die stark auf dem Vormarsch ist – warum gerade Klettern?

Ich bin hier bei der für mich richtigen Sportart angekommen. Meinen Eltern sei Dank! Wir haben alle zusammen angefangen, als ich noch klein war, und uns alles selber beigebracht. Mittlerweile ist Klettern für mich viel mehr als nur ein Sport, den man betreibt. Es ist eine ganze Lebensart – eine Art zu denken, zu fühlen, sein Leben zu gestalten. Und meine persönlichen Erfahrungen, mein mittlerweile großes fachliches Know-how und meine Motivation will ich gerne weitergeben, insbesondere an junge Leute.

Nachwuchs und Motivation braucht im Übrigen auch die Blutspende…

Genau deshalb habe ich mich auch entschieden, dieses gesellschaftliche Thema zu unterstützen. Die Blutspende ist ein enorm wichtiger humanitärer Einsatz – eine lebenswichtige Sozialleistung, die einfach mehr Aufmerksamkeit braucht. Ich möchte nicht nur möglichst viele fürs Klettern begeistern, sondern auch für die Blutspende. Nicht zu vergessen ist, dass man selber unter Umständen auch einmal Blut brauchen könnte.

Sebastian, vielen Dank für Deine Unterstützung und bis zur nächsten Spende!

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Stefanie Sklarzik

Seit 2015 beim BSD. Liebt Sport, besonders outdoor, am besten jeden Tag, und engagiert sich GEGEN GLEICHGÜLTIGKEIT!

Kommentare

Schöffel 16.02.2018, 21:16 Uhr
Als überzeugter Blutspender mit über 175 Spenden und aktiver Bergsportler freut es mich sehr dass der DAV den Blutspendedienst unterstützt

Ihre Antwort

Kai Mosbacher 14.06.2018, 08:17 Uhr
"Gemeinsam gegen Gleichgültigkeit" klingt ganz gut! Dieses Motto müsste auch in einem Kampf gegen die sich ausbreitende Armut in unserem unermesslichen reichen Land Anwendung finden! Ich als von Armut betroffener Leistungssportler kann meinen Körper verständlicherweise nicht durch eine Blutspende ohne finanzielle Entschädigung schwächen, habe ich doch jeden Monat zu kämpfen, um über die Runden zu kommen!

Fabienne Dechert - BSD 14.06.2018, 10:13 Uhr
Hallo Kai, vielen Dank für Ihren Kommentar! Es tut mir leid zu lesen, dass Sie so zu kämpfen haben! Natürlich muss jeder für sich entscheiden, ob er Blut spenden möchte oder nicht.

Eine Blutspende bei uns erfolgt nach dem sogenannten ethischen Kodex: Die Spende soll freiwillig, uneigennützig und unentgeltlich erfolgen. Denn Blutspenden sind letztlich nichts anderes als Organspenden. Als gemeinnützige GmbH sind wir verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten. Wir erhalten keinerlei Zuschüsse, Fördermittel oder Subventionen. Daher sind wir gezwungen nach professionellen wirtschaftlichen Grundsätzen zu arbeiten und – falls möglich – entsprechende Überschüsse zu erwirtschaften. Diese werden in den Zweckbetrieb z.B. Fuhrpark, Geräte für die Verarbeitung der Blutprodukte oder die Weiterentwicklung spezieller Testverfahren (aktuelles Beispiel: West-Nil- und Zika-Virus)  reinvestiert.

Es ist wichtig zu wissen, dass das Blut nicht vom Spender zum Empfänger „durchgereicht wird“, sondern dass aufwändige Test- und Verarbeitungsschritte zwischen Spende und Transfusion liegen. Sämtliche Blutspenden aus Bayern werden unter anderem in der zentralen Produktionsstätte am Standort Wiesentheid bei Würzburg aufbereitet. In den Großlabors in Wiesentheid und München erfolgt die entsprechende Testung, um die Sicherheit der Blutprodukte zu gewährleisten. Das entnommene Blut wird zudem in seine verschiedenen Komponenten aufgetrennt. Aus einer Blutspende entstehen verschiedene Blutpräparate, die für die speziellen Anforderungen in der Transfusionsmedizin hergestellt werden: Erythrozytenkonzentrate, Thrombozytenpräparate und Blutplasma. Dadurch können diese Präparate für mehrere Patienten und dem Bedarf entsprechend sehr zielgerichtet eingesetzt werden. 

Wir hoffen, dass es eine Einrichtung gibt, die Menschen in Ihrer Situation unterstützen kann! Der Blutspendedienst hat einen bayernweiten Versorgungsauftrag, dem wir mit Unterstützung von Ehrenamt und Spendern Tag für Tag nachkommen. So haben wir in Bayern und auch ganz Deutschland ein System, um das uns der Rest von Europa beneidet. Denn der Preis für Blutprodukte liegt in Deutschland weit, zum Teil bis zu fünfzig Prozent, unter dem europäischen Niveau. Das kommt auch dem Gesundheitssystem in Deutschland zugute. Freiwilliges Blutspenden rettet also Leben und ist ein sozialer Dienst an der Gemeinschaft. Viele Grüße, Fabienne vom BSD

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