Blutspenden mit Diabetes – geht das?

Ein Beitrag von Fabienne Dechert vom 14.11.2018
Linker Linker i

Heute ist Weltdiabetestag! Mehr als 6 Millionen Menschen sind in Deutschland an Diabetes erkrankt – Tendenz steigend! Diese Entwicklung betrifft auch Blutspenderinnen und Blutspender sowie uns als Blutspendedienst, da nicht alle Diabetiker Blut spenden dürfen:

  • Typ-I-Diabetiker sind insulinpflichtig und dürfen daher kein Blut spenden. Ein Grund dafür ist, dass die Gefahr für Blutzuckerentgleisungen beim Spender steigt. Aber auch beim Spendeempfänger kann es durch das Insulin im gespendeten Blut zu Nebenwirkungen kommen, die den meist bereits geschwächten Empfängern zusätzlichen Schaden zufügen könnten.
  • Typ-II-Diabetiker können bei einer guten Blutzuckereinstellung und bei der Einnahme von Tabletten zur Blutspende zugelassen werden. Wenn aber Insulin injiziert werden muss, sind auch die Typ-II-Diabetiker von der Blutspende ausgeschlossen. Die Entscheidung trifft letztlich der Spendearzt vor Ort.

Falls Sie weitere Fragen zu medizinischen Hintergründen haben, können Sie sich gerne über unsere kostenlose Spender-Hotline 0800 11 949 11 mit unserem Ärzteteam in Verbindung setzen.

Wenn Sie aufgrund von Diabetes oder anderen Erkrankungen kein aktiver Blutspender mehr sein können, können Sie sich trotzdem engagieren. Wie das geht? Nehmen Sie an der BIOBANK der Blutspender teil und leisten Sie so einen wichtigen Beitrag für das Gesundheitswesen von morgen. Die BIOBANK der Blutspender engagiert sich mit den gesammelten Proben für die Weiterentwicklung der Gesundheitsforschung und Bekämpfung verschiedener Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes.

Für weitere Informationen zur BIOBANK der Blutspender besuchen Sie unsere Website www.biobank.de oder schreiben uns gerne eine E-Mail: biobank@blutspendedienst.com

Diabetes ist eine Krankheit, die die ganze Familie betrifft!

Der Weltdiabetestag 2018 hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein für die Auswirkungen von Diabetes auf die Familie zu schärfen und die Rolle der Familie im Bezug zu der Krankheit zu beleuchten.

Bereits die Prävention gegen Diabetes beginnt in der Familie. Durch gesunde Ernährung und gemeinsame sportliche Aktivitäten kann Typ-2-Diabetes präventiv entgegen gewirkt werden. Sollte dennoch bei einem Familienmitglied Diabetes diagnostiziert werden, ist der familiäre Zusammenhalt umso wichtiger. Denn Diabetes ist eine Krankheit die jeden Tag aufs Neue behandelt werden muss. Der familiäre Rückhalt ist daher besonders wichtig. Nähere Informationen zum Weltdiabetestag erhalten Sie unter: https://weltdiabetestag.de/thema/weltdiabetestag-2018

Perfect file

Fabienne Dechert

Seit 2013 beim BSD. Radelt gerne durch München, geht gerne auf Reisen und bloggt hier GEGEN GLEICHGÜLTIGKEIT.

Kommentare

Andrea Maria Westermaier 14.06.2019, 15:43 Uhr
Finde ich sehr gut das Typ 2 Diabetiker zur Blutspende dürfen. Darf man auch mit kronischer Herzkrankheit, mit Asthma /Bronchiale und Elepisie und mit Nireninfusenz. zum Blutspenden. Medikamente sind nur :(Metformin 500,Valporat 500,Januvia 25 und ASS 100).Können Sie mir bitte Antworten Und gibt es da Geld und auch was zu essen. Und wie lange dauert das immer

Lisa Rudolph 15.06.2019, 12:36 Uhr
Hallo Andrea,
danke für Deinen Kommentar und Deine Bereitschaft, Blut zu spenden!
Bei chronischer Herzkrankheit ist eine Blutspende ausgeschlossen, das gilt für eine Herzinsuffizienz wie für eine koronare Herzerkrankung gleichermaßen. Die Blutspende wäre eine zu große Belastung für den Spender, da sich bei Abgabe von 500 ml Blut sowohl die Durchblutung, die Herzfrequenz und der Blutdruck ändern, was zu Komplikationen bei einer bestehenden Herzkrankheit führen kann.
Auch eine Epilepsie mit entsprechender Medikation ist ein Ausschlussgrund für das Blutspenden. Auch in dem Fall kann sich die Blutspende negativ auswirken. Erst wenn man 3 Jahre lang anfallsfrei und ohne Medikation wie z. B. Valproat war, wäre eine Blutspende möglich.
Wenn eine Niereninsuffizienz vorliegt, ist auch keine Blutspende möglich. Eine chronische Nierenerkrankung ist ein Ausschlussgrund, auch weil die Durchblutungsveränderung sich vielleicht zusätzlich negativ auf die Nierenfunktion auswirkt.
Bei Vorliegen eines Asthma bronchiale bei normaler Lungenfunktion ohne Asthmaanfälle und ohne oder nur mit inhalativer Medikation ist das Blutspenden möglich.
Viele Grüße, Lisa vom BSD

Ihre Antwort

Elena Weber 31.07.2019, 20:00 Uhr
Hallo, ich muss seit kurzem Metformin (2x am Tag Siofor 500) nehmen. Ich habe allerdings noch kein Diabetes, bin allerdings erblich vorbelastet, habe starkes Übergewicht und PCO, deshalb soll ich es nehmen. Bin ich damit von der Blutspende ausgeschlossen? Liebe Grüße

Lisa Rudolph 01.08.2019, 10:49 Uhr
Hallo Elena,
sowohl das Übergewicht als auch das Vorliegen eines polyzystischen Ovars, sofern keine Beschwerden vorliegen und keine Operation im Raum steht, sind kein Hinderungsgrund für die Blutspende. Auch die Einnahme von Metformin, das bei PCO-Syndrom wegen der oft auch bestehenden Insulinresistenz angewendet wird, ist kein Problem, wenn man es gut verträgt, also keine Blutzuckerschwankungen hat. Das Medikament muss bitte auf dem Spender-Fragebogen angegeben werden.
Viele Grüße, Lisa vom BSD

Ihre Antwort

Anna-Lena Raeb 08.04.2020, 22:30 Uhr
Darf ich Blutspenden auch wenn ich Metformin under L-Thyroxin nehme

Fabienne Dechert - BSD 09.04.2020, 11:05 Uhr
Hallo Frau Raeb, vielen Dank für Ihre Frage und Ihre Bereitschaft, Blut zu spenden! Wenn Metformin zur Behandlung des Typ-II-Diabetes eingenommen wird und der Blutzucker gut eingestellt ist sowie keine Organschäden bisher aufgetreten sind, darf man Blut spenden.

Unter L-Thyroxintherapie als Hormonersatz nach einer Schilddrüsenoperation, die mindestens 4 Monate zurückliegen muss und bei der keine bösartige Veränderung festgestellt wurde, ist eine Blutspende möglich, das Gleiche gilt für eine Unterfunktion, sofern keine Hashimotothyroiditis vorliegt. Sollte diese aber bestehen, melden Sie sich bitte zur genauen Abklärung unter der 0800 11 949 11 (kostenfrei) bei unserem Ärzte-Team. Viele Grüße, Fabienne vom BSD

Anna -Lena 10.04.2020, 21:04 Uhr
Ich habe eine Unterfunktion der Schilddrüse

Lisa Rudolph 14.04.2020, 08:45 Uhr
Hallo Anna-Lena,
danke für Ihre Rückmeldung! Alle Informationen, die ohne individuelle Abklärung möglich sind, finden Sie obenstehend. Bitte wenden Sie sich für die individuelle Abklärung Ihrer Spendefähigkeit an unsere Kollegen aus dem Ärzte-Team: 0800 1194911 oder info@blutspendedienst.com.
Viele Grüße, Lisa vom BSD

Ihre Antwort

Tanja Teske 19.04.2020, 09:48 Uhr
Hallo, darf ich als Diab Typ 2 mit Metformin und Trulicity bei einem gut eingestelltem Diab. Auch spenden, der HbA 1 ist bei 6.2.

Luisa Gärtner 20.04.2020, 14:03 Uhr
Hallo Tanja,
vielen Dank für Ihre Bereitschaft Blut zu spenden! Trulicity wird in der Regel gespritzt, d.h. bei Verabreichung dieses Medikaments muss eine Einzelfallbeurteilung erfolgen. Bitte wenden Sie sich dazu an unsere Ärzte-Hotline: 0800 11 949 11 (Mo-Fr, 8.00-17.00 Uhr, kostenfrei aus Mobilfunk- und Festnetz) oder schreiben Sie eine E-Mail an info@blutspendedienst.com.
Viele Grüße, Luisa vom BSD

Ihre Antwort

Helmut Ahrens 23.04.2020, 11:47 Uhr
Guten Tag, vielen Dank für den Artikel. Metformin ist kein Ausschluss Medikament, doch wie sieht es bei Jardiance aus? Ich muss dieses Medikament momentan zusätzlich einnehmen. Vielen Dank für Ihre Antwort.

Fabienne Dechert - BSD 23.04.2020, 12:08 Uhr
Hallo Herr Ahrens, vielen Dank für Ihre Frage! Da hier eine genauere Abklärung notwendig ist, bitten wir Sie, sich über die 0800 11 949 11 (kostenfrei) mit unserem Ärzte-Team direkt in Verbindung zu setzen. Vielen Dank für Ihre Mithilfe & viele Grüße, Fabienne vom BSD

Ihre Antwort

Jessica 27.04.2020, 11:06 Uhr
Guten Tag, darf mal als Typ 2-Diabetiker spenden, wenn man Metformin und Januvia in Tablettenform einnimmt? Liebe Grüße

Luisa Gärtner 27.04.2020, 13:17 Uhr
Hallo Jessica,
vielen Dank für Ihr Engagement für die Blutspende! Wenn bei Typ-II-Diabetes der Blutzucker gut eingestellt ist, d.h. der HbA1c-Wert bei etwa 6,5% liegt und keine Organschäden bestehen, dann kann man auch unter der Medikation mit Metformin und Januvia Blut spenden, aber wie immer gilt, man muss die Tabletten unbedingt auf dem Fragebogen angeben.
Allgemein gesagt, man kann mit allen Antidiabetika, auch zur Injektion, Blutspenden, solange es kein Insulin ist.
Viele Grüße, Luisa vom BSD

Ihre Antwort

W. Schröder 14.05.2020, 10:26 Uhr
Guten Tag! Inwiefern beeinflusst eine Blutspende den HBA1c (Langzeitblutzucker) Wert im Blut? Wird dieser niedriger oder bleibt er einfach unverändert? Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen, W. Schröder

Luisa Gärtner 14.05.2020, 16:23 Uhr
Hallo W. Schröder,
vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihr Interesse an der Blutspende!
Durch eine Blutspende kann der HbA1c-Wert sinken. Der HbA1c-Wert zeigt an, ob innerhalb der etwa letzten 3 Monate eine gute Blutzuckereinstellung bestanden hat. Wenn der Wert höher ist, gab es in den letzten Monaten auch Phasen mit höheren Blutzuckerwerten im Blut. Liegt der Wert unter 6,5 %, war die Blutzuckereinstellung gut.
Bei Diabetes binden sich die Zuckerteilchen im Blut unlösbar an das Hämoglobin und bleiben, bis das rote Blutkörperchen nach ca. 3 Monaten abgebaut wird. Wenn man also Blut abgibt und der Hämoglobinwert absinkt, sinkt auch der HbA1c-Wert.
Der HbA1c-Wert könnte dann niedriger sein als er ohne Blutspende wäre, d. h. es wird möglicherweise ein besserer HbA1c-Wert beim Test herauskommen als ohne Blutspende. Da aber permanent rote Blutkörperchen gebildet und abgebaut werden, ist nicht davon auszugehen, dass eine Blutspende einen maßgeblichen Effekt auf den HbA1c-Wert hat.
Bei weiteren Fragen können Sie sich auch gerne unsere Ärzte-Hotline wenden: 0800 11 949 11 (Mo-Fr, 8.00-17.00 Uhr, kostenfrei aus Mobilfunk- und Festnetz) oder eine E-Mail an info@blutspendedienst.com schreiben.
Viele Grüße, Luisa vom BSD

Ihre Antwort

Schreiben Sie einen Kommentar

Durch Anklicken des „Senden“-Buttons akzeptieren Sie die Kommentarregeln. Ihr Kommentar wird unter dem entsprechenden Blogbeitrag zusammen mit Ihrem Namen sowie dem Zeitpunkt der Veröffentlichung auf unserer Website veröffentlicht.

Es gilt unsere Datenschutzerklärung.

Mehr zum Thema