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Chance ergreifen - als Honorararzt in der mobilen Blutspende!

Ein Beitrag von Stefanie Sklarzik vom 06.02.2018
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Als freiberuflicher Arzt beim Blutspenden dabei sein! (Bilder: BSD)

 

Freiberuflich tätige Honorarärzte haben beim Blutspendedienst des BRK (BSD) die Chance einer interessanten Herausforderung mit Verantwortung:

  • Sie setzen sich gemeinsam mit dem BSD gegen Gleichgültigkeit gegenüber der Blutspende ein und ergänzen die Entnahmeteams in der mobilen Blutspende durch ihr fachliches Know-how.
  • Sie helfen dabei, dass Patienten in Bayern zuverlässig versorgt und Leben gerettet werden können.
  • Ihre Tätigkeiten auf den Blutspendeterminen üben sie vollkommen weisungsungebunden aus – sie agieren eigenverantwortlich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen.

 


 

Dr. Martina Götz-Lurati: „Ich schätze den Kontakt mit den Spendern, kann flexibel arbeiten und habe eine wichtige Aufgabe mit gutem Nebenverdienst.“

 

Dr. Martina Götz-Lurati ist seit fast 20 Jahren als freiberufliche Ärztin mit dem Blutspendedienst verbunden. Im Interview schildert sie ihre Erfahrungen und empfiehlt die ärztliche Tätigkeit auf Honorarbasis weiter.

 

Frau Dr. Götz-Lurati, welchen Stellenwert hat die Tätigkeit als Honorararzt beim Blutspendedienst aus Ihrer Sicht?

Der Honorararzt ist ein wichtiges Glied in der Kette der Blutversorgung in Bayern. Pro Tag werden hier mindestens 2.000 Blutkonserven für Patienten benötigt. Die große Bedeutung der Blutspende für das Gemeinwohl sollte sich jeder Arzt bewusst machen und in diesem Zusammenhang auch das Engagement der Blutspender schätzen. 

Was sind die konkreten Aufgaben eines freiberuflich tätigen Honorararztes?

Der Arzt muss letztlich die Eignung des potenziellen Spenders für die Blutspende feststellen, indem er bei allen, die freiwillig zum Spenden kommen, Blutdruck, Puls und Temperatur misst, den bereits vorab beantworteten Spenderfragebogen kontrolliert und offene Fragen mit dem Spender klärt, z. B. zu bestehenden Erkrankungen, Reisen  oder Medikamenteneinnahmen. Treten bei der Blutspende Komplikationen auf, versorgt er den Spender. Der jeweils beim Blutspendetermin leitende Honorararzt bleibt solange vor Ort, bis der letzte Spender das Spendelokal in guter Verfassung verlassen hat.  

Welche Fähigkeiten sollte man aus Ihrer Sicht mitbringen?

Man muss die ärztliche Approbation besitzen, also die staatliche Erlaubnis, als Arzt tätig zu sein. Hierfür muss ein Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen sein. Im Umgang mit dem Spender sollte man respektvoll und freundlich sein, außerdem ist eine gründliche Arbeitsweise sehr wichtig. Und man muss die Spendereignungskriterien kennen. Letztlich trägt der Arzt die Verantwortung für den Spender und das auf dem Blutspendetermin gespendete Blut. Aufgrund der häufig großen Anzahl an Spendern muss man zügig und souverän die Spenderfragebögen bearbeiten. Das wird aber irgendwann zur Routine. Wichtig erscheint es auch, dass man den Menschen, die schließlich freiwillig zur Blutspende kommen,  positiv gegenüber tritt. Sie sollen sich wohlfühlen und natürlich auch wieder kommen.

Warum haben Sie sich für diese Tätigkeit entschieden?

Als junge Mutter und Hausfrau wollte ich in Teilzeit wieder als Ärztin arbeiten. Da war die Honorararzttätigkeit an den späten Nachmittagen ideal. Diese Arbeit beim BSD ist für jeden interessant, der eine ärztliche Nebentätigkeit sucht, z. B. auch neben der hauptberuflichen ärztlichen Arbeit oder nach der Pensionierung.

Was unterscheidet die Arbeit bei der Blutspende von anderen ärztlichen Einsatzbereichen?

Der maßgebliche Unterschied ist sicherlich, dass man es beim Einsatz auf einem Blutspendetermin überwiegend mit gesunden Menschen zu tun hat, die freiwillig und gerne ihr Blut spenden möchten.

Und wie oft ist der Honorararzt im Einsatz?

Ich habe in der Regel vier bis fünf Blutspendetermine im Monat übernommen. Je nachdem wieviel Zeit man erübrigen kann, kann man die vom Blutspendedienst angebotenen Termine auswählen. Manchmal werden auch kurzfristig Termine angeboten, wenn Kollegen sie doch nicht wahrnehmen können. Honoriert wird man auf Stundenbasis, die Fahrzeit mit dem eigenen PKW und die gefahrenen Kilometer werden zusätzlich vergütet.

Welche Ansprechpechpartner hat der Arzt auf den Spendeterminen?

Die Ärzte sind medizinisch gesehen Ansprechpartner für alle Zielgruppen – für die Entnahmeteams des BSD, die Ehrenamtlichen des BRK-Kreisverbands oder Helfer in Firmen und natürlich die Spender.

Wie gestaltet sich der Kontakt zu ihnen?

Der Kontakt untereinander ist freundschaftlich. Entnahmeteams und Honorarärzte kennen sich natürlich von vielen gemeinsamen Terminen. Es bleibt zwischendurch auch mal Zeit für ein Gespräch mit Team- und ärztlichen Kollegen. Die Zusammenarbeit läuft sehr partnerschaftlich ab. 

Wie steht es mit dem Draht zu den Spendern?

Zu einigen Spendern hat man über die Jahre sogar eine persönliche Bindung oder hatte sie schon vorher. Generell ist der Kontakt zu allen Spendern für mich bislang fast immer positiv gewesen. Die meisten sind freundlich und offen. Ihnen gebührt unser Respekt für das, was sie immer wieder leisten. Ich kenne viele, die absolut regelmäßig über Jahre hinweg kommen, um anderen Menschen zu helfen. Das ist beeindruckend.

Aber es gibt sicherlich auch schwarze Schafe?

Manche Spender sind in der Tat verärgert, wenn sie nicht zur Blutspende zugelassen werden oder sie vor Ort lange warten müssen. Aber wenn man ihnen die Gründe, beispielsweise für die Ablehnung, plausibel erklärt, reagieren die meisten sehr verständnisvoll.

Wie werden die Honorarärzte vom BSD betreut?

Der BSD stellt in regelmäßigen Abständen aktuelle Informationen über ein digitales Ärzteportal zur Verfügung. Diese Lektüre ist für die Honorarärzte selbstverständlich verpflichtend. Dazu gehören beispielsweise auch Landkarten, denen die aktuellen Sperrzeiten für entsprechende Länder aufgrund von saisonalen Virusinfektionen zu entnehmen sind. Alle zwei Jahre haben die freiberuflich tätigen Ärzte eine Präsenzfortbildung mit Notfallschulung zu absolvieren, die vom BSD angeboten wird, aber auch unabhängig davon besucht werden kann. Die Gerätschaften für den ärztlichen Check auf dem Spendetermin stellt der BSD bei Bedarf nach vorheriger Abstimmung zur Verfügung. Und wann immer man Fragen hat, gibt es BSD-intern direkte Ansprechpartner, die uns Ärzten mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ihr Fazit: Warum sind Sie als Honorararzt im Einsatz?

Ich bin gern Honorarärztin, weil ich den Kontakt zu den Spendern sehr schätze, ich als Freiberuflerin unabhängig und damit arbeiten kann und ich eine wichtige Aufgabe bei gutem Nebenverdienst habe!

Frau Dr. Götz-Lurati, vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht und Ihren Einsatz als Ärztin!

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Stefanie Sklarzik

Seit 2015 beim BSD. Liebt Sport, besonders outdoor, am besten jeden Tag, und engagiert sich GEGEN GLEICHGÜLTIGKEIT!

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