Chancen nutzen – ab in die Fußstapfen

Ein Beitrag von Stefanie Sklarzik vom 31.10.2016
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Generation „Apple“ trifft Generation „Lochstreifen“: Unsere Azubine ergreift die Chance, sich mit einer langjährigen Abteilungsleiterin auszutauschen. Und es geht munter zur Sache. Klar ist die Erfahrene hier im Vorteil. Doch der Neuling tastet sich sachte heran und lernt schnell. Fingerhakeln beherrscht man beim BSD meisterlich, insbesondere mit Blick auf den Mitarbeiter-Nachwuchs im eigenen Haus. Ausgebildet werden unter anderem Industriekaufleute und Kaufleute im Gesundheitswesen oder medizinische Fachangestellte. Einmal Blut geleckt, bleiben ehemalige Azubis zuweilen über Jahrzehnte im Unternehmen. Wir haben das Paradebeispiel gefunden …

Sylvia Günther hat als Leiterin der Abteilung Spenderbetreuung und Terminorganisation (S&T) heute 30 Mitarbeiter unter ihren Fittichen. Mit 37 Jahren Betriebszugehörigkeit gehört die Unterfränkin zu den festen Größen beim Blutspendedienst. Einige berufliche Stationen hat sie hier durchlaufen. „Damals, nach der Ausbildung hätte ich mir nie vorstellen können, einmal da anzukommen, wo ich jetzt bin“, erzählt sie. Ihr Weg führte seit 1979 von der Azubine über die Funktion als Sachbearbeiterin hin zur Assistentin der Abteilungsleitung, ehe sie vor neun Jahren die Abteilung „S&T“ als Leiterin übernahm. Manchmal würden sich plötzlich Türen öffnen, durch die man schreiten muss. Fürsprecher im Unternehmen, die Talente erkennen und fördern, seien wichtig.

In der Kommunikation stets am Puls der Zeit

In ihren verschiedenen Funktionen galt es, auch immer wieder technische Veränderungen mitzutragen. Zum Teil richtige Meilensteine: „Ich habe bei meiner Ausbildung zur Bürokauffrau noch Steno gelernt“, erzählt sie, „und als Assistentin des Abteilungsleiters die Geschäftsbriefe auf Schreibmaschine getippt. Was heute der E-Mailverkehr ist, war früher die Kommunikation via Lochstreifen.“ Jetzt beherrscht Sylvia Günther am PC sämtliche IT-Programme aus dem Effeff. Vieles sei im Selbstversuch erprobt und beigebracht.


Magazin - Sylvia Günther

Sylvia Günther aus Abtswind, gelernte Bürokauffrau, 37 Jahre beim BSD, seit neun Jahren Abteilungsleiterin.

 

Hauptsächlich weilt die Abteilungsleiterin im Produktions- und Logistikzentrum des BSD in Wiesentheid, besucht allerdings wöchentlich auch andere BSD-Standorte. „Der direkte Austausch mit den Kollegen und vor allem auch mit meinen Gebietsreferenten und den Sachbearbeitern meiner Abteilung ist mir wichtig“, sagt sie. Das bedeutet, quer durch Bayern zu touren. Ihr Tagesgeschäft verlangt es, flexibel und mobil zu sein und vor allem auch digital am Puls der Zeit zu bleiben. So kommuniziert Sylvia Günther viel via Smartphone und Tablet. Natürlich hat sie auch einen Facebook-Account. „Ohne die sozialen Medien wären wir in unserer Spender- und Medienansprache förmlich aufgeschmissen.“ Daneben gehört das Terminreservierungstool, mit dem sich die Blutspender ihre Slots auf den Terminen vorher sichern können, zu den digitalen Neuheiten. Immer wieder kommt noch ein Tool dazu – wie bald auch die digitale Anamnese. Stift und Zettel, um die persönlichen Fragen vor der Blutspende zu beantworten, braucht der Spender dann nicht mehr. Papierlos ist Trumpf!

Ebru Koygun wächst von der Pieke auf in die digitale Kommunikation hinein. Als frisch gebackene Azubine zur Medizinischen Fachangestellten schnuppert sie allerdings erst seit einem Dreivierteljahr BSDLuft. Damit steht die 21-Jährige noch am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn und will viele Erfahrungen sammeln.


Magazin-Ebru Koygun

Ebru Koygun aus Dachau, Azubine zur Medizinischen Fachangestellten, seit einem Jahr beim BSD.

 

Auch wenn mit beiden BSDKolleginnen zwei Generationen aufeinandertreffen, haben sie einiges gemeinsam: „Nach Abschluss der mittleren Reife hatte ich anfangs keinen Plan, was ich machen soll“, erzählt Ebru Koygun fast im selben Wortlaut wie ihr Gegenüber. Die Eltern hätten etwas mit Bank oder Büro für sie ins Auge gefasst. Sie selbst sei froh gewesen, dass sie die BSD-Anzeige zur medizinischen Fachangestellten fand. „Nach einem Praktikum bei einem Orthopäden habe ich gemerkt, dass mich die Arbeit mit Menschen rund um medizinische Themen interessiert.“ Arztserien habe sie als Kind auch schon immer gern geschaut. „Der medizinische Bereich beim BSD sieht aber etwas anders aus als die Arztpraxis“, hakt Sylvia Günther ein. Man habe in der mobilen Blutentnahme beispielsweise mit gesunden Spendern zu tun im Gegensatz zu kranken Patienten in Kliniken. Dessen ist sich die junge Azubine allerdings bewusst. „Dafür bietet der BSD so vielfältige Bereiche mit medizinischem Fokus, das macht die Ausbildung abwechslungsreich und ich habe die Chance, durch die verschiedenen Ausbildungsabschnitte meine Hauptinteressen noch zu finden“, sagt Ebru Koygun. Neben der mobilen Blutspende warten beispielsweise auch Tätigkeiten in der Konservenausgabe, Personalabteilung, im Controlling, in den Laboren und in der Produktion oder Spenderdatenerfassung sowie ein Aufenthalt in einer Kooperations-Arztpraxis auf sie.

Quer durch Bayern

Wie für Sylvia Günther damals ist der berufliche Ausbildungsweg für Ebru Koygun heute sorgfältig durch den Ausbildungsbetrieb vorgezeichnet. Abwechslung ist geboten, auch in Form von Reisetätigkeit durch die verschiedenen BSD-Standorte. Sylvia Günthers Auswärts- Domizil in München hieß einst „Pension Viola“. Ebru Koygun wird bald in Wiesentheid ein zeitweiliges Zuhause haben, wenn sie in die Abläufe der Blutproduktion hineinschnuppert. „Und zu mir in die Spenderbetreuung und Terminorganisation kommst Du auch noch“, sagt die Abteilungsleiterin.

Dann lernt sie alle möglichen Terminorte kennen, darf den Sachbearbeitern beim Organisieren helfen und auch den Gebietsreferenten, die in ganz Bayern unterwegs sind, über die Schulter schauen. Sylvia Günther freut sich schon auf die Unterstützung ihrer jungen Kollegin. Diese wiederum ist gespannt, was auf sie zukommt.

Das Kennenlernen der Beiden entfällt schon einmal. Denn das anfängliche Fingerhakeln entwickelte sich zu einem munteren Gespräch auf Augenhöhe. Ob die Fußstapfen der Azubine von einst ihrer Nachfolgerin der Gegenwart zum Hineintreten passen, wird sich zeigen. Zunächst mal will die Lehrzeit absolviert sein und infolge müssen noch einige Berufsjahre gesammelt werden.

 


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Stefanie Sklarzik

Seit 2015 beim BSD. Liebt Sport, besonders outdoor, am besten jeden Tag, und engagiert sich GEGEN GLEICHGÜLTIGKEIT!

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