Plasmaspender retten Leben!

Ein Beitrag von Stefanie Sklarzik vom 21.10.2016
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Das Plasmazentrum in Würzburg hat seine Pforten neu eröffnet. Als Gäste der ersten Stunde sind eine dankbare Blutplasmaempfängerin, fleißige Spender sowie zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft dabei gewesen.

Liselotte Müller lebt mit einem angeborenen Immundefekt. Aufgrund dieser Schwäche kann sich ihr Körper nicht gegen eindringende Krankheitserreger wehren. „Dadurch würde ich eine Infektion nach der anderen bekommen“, erzählt sie dem Publikum bei der Eröffnung des neuen Plasmazentrums in Würzburg. Wenn es keine Immunglobuline gebe. Frau Müller bekommt diese Präparate in kleinen Fläschchen und spritzt sie sich.

Plasmaempfängerin Liselotte Müller

Größtenteils bestehen die Immunglobuline aus Blutsplasma, das bei der Plasmaspende gewonnen wird. Die Patientin benötigt mittlerweile acht Fläschchen in der Woche. Angefangen habe sie vor Jahren mit einem einzigen. „Dass es mit der Zeit noch mehr werden, sei ihr egal. „Ich lebe“, sagt sie. Ihr Blick wandert zu den geladenen Plasmaspendern: „Weil Sie mir Ihr Bestes geben! Ich danke Ihnen von ganzem Herzen dafür, dass ich weiterleben kann. Machen Sie weiter und: Erzählen Sie es auch weiter!“ Die Plasmaempfängerin verdeutlicht mit ihren Worten allen Anwesenden: Plasmaspender retten Leben!

Die BSD-Geschäftsführer Dr. Franz Weinauer (li.) und Georg Götz

Wie unabkömmlich dafür eine Einrichtung wie das neue Plasmazentrum Würzburg ist, erklären die Gastgeber bei der Eröffnungsveranstaltung: „Der Bedarf an Plasma ist enorm hoch. Allein in Deutschland werden für die Versorgung von Blutern, Kindern mit Abwehrschwächen und Patienten mit schweren Verbrennungen jährlich ca. 2,7 Mio. Plasmaspenden benötigt. Über 16.000 Menschen können nur mittels Medikamenten aus Plasma überleben“, sagt Dr. Franz Weinauer, Ärztlicher Geschäftsführer des BRK-Blutspendedienstes (BSD). Vor dem Hintergrund des erhöhten Bedarfes an Blutplasma ist das neue, größere Plasmazentrum Würzburg als Einheit des Blutspendedienstes nun eröffnet worden.

„Wir möchten die Versorgung der Patienten in Bayern unterstützen und dazu beitragen, das bestehende Spendedefizit zu schmälern und die Versorgung der Patienten mit Blutplasma zu sichern“, betont Georg Götz, Kaufmännischer BSD-Geschäftsführer.

Als Unterstützer der Plasmaspende in Würzburg sind Unterfrankens Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer und Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt sowie die stellvertretende Landrätin des Landkreises Würzburg, Karen Heußner, neben weiteren Ehrengästen gekommen: „Das Plasmazentrum ist eine wichtige Einrichtung – für ganz Unterfranken und über die Grenzen hinaus. Die Unterfranken sind nicht nur eifrige Blutspender. Ich erwarte, dass wir auch für das neue Plasmazentrum mit seinen spezialisierten Möglichkeiten und Methoden zahlreiche neue Spender und damit zugleich neue Lebensretter gewinnen können. Herzlichen Dank an den BRK-Blutspendedienst für die große Versorgungsaufgabe, die auch mit dem Plasmazentrum übernommen wird“, betonte Dr. Beinhofer.

Eroeffnung_PP_0054.jpgWürzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt

Eroeffnung_PP_0075.jpgUnterfrankens Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer (li.)

Ebenso überbringt Oberbürgermeister Christian Schuchard seine Wünsche zur Eröffnung: „Das Plasmazentrum braucht die Unterstützung und die Aufmerksamkeit unserer Stadt Würzburg. Es ist eine wichtige Einrichtung für die Menschen hier. Ich beglückwünsche den Blutspendedienst zur Standortentscheidung.  Die neuen Räumlichkeiten ermöglichen es, noch mehr Würzburger als Spender zu begrüßen. Ich denke beispielsweise an die 37000 Studierenden in unserer Stadt, die vermehrt angesprochen werden können. Viel Erfolg für die Versorgungsaufgabe auch in Zukunft!“ 

Ab sofort stehen die Pforten des Plasmazentrums am neuen Standort in der Virchowstraße 22 offen. Nach einem halben Jahr Bauzeit erwarten die Spender dort auf 660 Quadratmetern Fläche großzügigere Räumlichkeiten und mit 33 Spenderliegen deutlich mehr als am vorherigen Standort An der Juliuspromenade. Noch dazu gibt es erweiterte Öffnungszeiten: Auch samstags kann nun Blutplasma gespendet werden. Das Team des Zentrums freut sich auf jeden, der mit seiner Plasmaspende anderen Menschen helfen will. 

Dr. Helene Butsch, die Leiterin der Herstellung im Plasmazentrum, dankte einigen anwesenden Würzburger Plasmaspendern für ihren langjährigen Einsatz: Anna Höhn, Marion Hiller, Sebastian Klein, Stefan Klein, Lucas Jansen, Johannes Velde und Johannes Lorenz. „Ein großer Dank gilt auch unseren Mitarbeitern im Plasmazentrum, die unsere treuen Spender stets liebevoll, herzlich und zuverlässig bei ihrer Spende und darüber hinaus betreuen!“

Eroeffnung_PP_0086.jpgDie Mitarbeiter des Plasmazentrums

Alle Serviceinformationen rund um die Plasmaspende in Würzburg (Virchowstr. 22) sind unter der Telefonnummer 0931 8809840 oder im Internet unter www.plasmazentrum-wuerzburg.de abrufbar.

 

(Alle Bilder dieser Meldung von: BSD/Guido Rehme)

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Stefanie Sklarzik

Seit 2015 beim BSD. Liebt Sport, besonders outdoor, am besten jeden Tag, und engagiert sich GEGEN GLEICHGÜLTIGKEIT!

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