Studie: Wo steht Deutschland beim gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Ein Beitrag von Fabienne Dechert vom 01.10.2013
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Gesellschaftlicher Zusammenhalt im internationalen Vergleich (2009-2012)

Radar des gesellschaftlichen Zusammenhalts: Eine super interessante Studie der Bertelsmann Stiftung mit über 80 Seiten. Ich habe mal versucht das kurz für Euch zusammenzufassen – was gar nicht so einfach war!

Deutschland liegt im oberen Mittelfeld, was den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt angeht. Besser schneiden vor allem die skandinavischen Länder, wie Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden sowie die Einwanderungsländer Neuseeland, Australien, Kanada und die USA ab. Nur bei der Anerkennung sozialer Regeln liegt Deutschland in der Spitzengruppe: Die Deutschen gelten als ein sehr ordentliches und gesetzestreues Volk – das Bild wird durch diese Studie bestätigt.

Die Bertelsmann Stiftung hat das Thema in ihrer Studie etwas genauer untersucht, um herauszufinden wie sich der gesellschaftliche Zusammenhalt im Laufe der Zeit verändert, wie sich dieser Wert international unterscheidet und welche Faktoren entscheidend sind. Untersucht wurden 34 westliche Staaten. Die Gesellschaften dieser ausgewählten Staaten haben in den letzten Jahrzehnten große Veränderungen erlebt und stehen vor entscheidenden Herausforderungen für die Zukunft: „demografischer Wandel und Umbau der Wohlfahrtssysteme, Einwanderung und Integration, Globalisierung und internationaler Wettbewerb, Wertewandel und Technologiesprunge in Arbeitswelt und Privatleben. Hinzu kommt: Die Staaten Europas und Nordamerikas befinden sich immer noch in der größten Wirtschafts- und Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Spannungen in den Krisenländern nehmen zu.“ Die Studie soll Schwachstellen und Potenziale für Verbesserungen aufdecken.

Wie wird gesellschaftlicher Zusammenhalt definiert?
Laut der Studie definiert sich gesellschaftlicher Zusammenhalt als die Qualität des gesellschaftlichen Miteinanders. „Starker Zusammenhalt drückt sich aus durch belastbare soziale Beziehungen, eine positive emotionale Verbundenheit der Menschen mit dem Gemeinwesen und eine ausgedehnte Gemeinwohlorientierung. Moderne Gesellschaften beruhen nicht auf Solidarität, die aus Ähnlichkeiten erwächst, sondern auf Solidarität, die auf Verschiedenheit und gegenseitiger Abhängigkeit fußt.“  Daher ist es wichtig, die Unterschiede der Gesellschaft als Stärke zu sehen.

Die vier wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Die skandinavischen Länder weisen den stärksten Zusammenhalt auf. Deutschland liegt im oberen Mittelfeld.
  • Deutschlands Schwächen liegen hauptsächlich bei der Akzeptanz von kultureller Vielfalt – hier liegen wir im Mittelfeld – und der Identifikation mit der Nation.
  • Höherer Wohlstand, bessere Einkommensverteilung und der Trend zu Wissensgesellschaften gelten als gute Rahmenbedingungen für starken Zusammenhalt.
  • Kein Hindernis sind Zuwanderung und Globalisierung

Die Stärkung der Akzeptanz von Vielfalt ist vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels dringend notwendig, da wir weiter auf Einwanderung angewiesen sind. Dass sich die Menschen in Deutschland nur wenig mit ihrem Land identifizieren, hat wohl nach wie vor mit unserer Vergangenheit mit dem Nationalsozialismus zu tun. 

Zum Schluss kann man sagen, dass wir offener gegenüber anderen Menschen und Kulturen sein müssen – vielleicht uns auch zunehmend füreinander interessieren sollten, statt gleichgültig nebeneinanderher zu leben.

Quellen:

Radar Gesellschaftlicher Zusammenhalt – messen was verbindet, Bertelsmann Stiftung

Zentrale Ergebnisse auf einen Blick, Radar Gesellschaftlicher Zusammenhalt – messen was verbindet, Bertelsmann Stiftung

http://www.gesellschaftlicher-zusammenhalt.de/


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Fabienne Dechert

Seit 2013 beim BSD. Radelt gerne durch München, geht gerne auf Reisen und bloggt hier GEGEN GLEICHGÜLTIGKEIT.

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