WISSEN & BLUT



Blutgruppen & ihre Verteilung

Der Wiener Arzt Karl Landsteiner veröffentlichte am 14. November 1901 die heute bekannten Blutgruppen und gilt damit als deren Entdecker. Zusammen mit Alexander Salomon Wiener, einem amerikanischen Serologen, entdeckte er 1937 auch das Rhesussystem.

Am Geburtstag von Karl Landsteiner (1868-1943), dem 14. Juni, findet der jährliche Weltblutspendertag statt.

Bei einer Blutübertragung ist es wichtig, dass sich die Blutgruppe des Patienten mit der des Spenders verträgt; am besten werden Bluttransfusionen blutgruppengleich durchgeführt. Die Verteilung der Blutgruppen in der Bevölkerung ist unterschiedlich. Der Bedarf an Blutkonserven mit der Blutgruppe 0 ist besonders hoch.

Die Bestandteile des Blutes


Interview mit Dr. med. Franz Weinauer, ärztlicher Direktor des Blutspendedienstes des BRK

Als Blutgruppe bezeichnet man die Einteilung des Blutes aufgrund verschiedener Merkmale. Beim menschlichen Blut sind es vor allem unterschiedliche Eiweiße auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Diese wirken als Antigene. Beim Kontakt mit fremdem Blut bildet das eigene Immunsystem Antikörper und es kommt zu Verklumpungen. Bluttransfusionen waren vor der Entdeckung der Blutgruppen daher nur zufällig erfolgreich und endeten oft tödlich.

Heute sind 29 verschiedene Blutgruppensysteme bekannt. Die meisten davon sind für den medizinischen Alltag unbedeutend, können jedoch bei bestimmten Erkrankungen entscheidend sein. Die drei wichtigsten sind das AB0-, das Rhesus und das Kell-System. Der Kellfaktor ist ein Blutgruppenmerkmal, das mit den Buchstaben Kk (Kell-positiv) und kk (Kell-negativ), gekennzeichnet wird. Beim Rhesus-System unterscheidet man zwischen "Rhesusfaktor positiv (Rh+)" und "Rhesusfaktor negativ (Rh-)". Das AB0-System unterteilt die vier Blutgruppen A, B, AB und 0.

Bei der Blutspende wird mittels eines Schnelltests eine vorläufige Blutgruppenbestimmung durchgeführt. Nach den anschließenden umfangreichen Labortests wird die endgültig ermittelte Blutgruppe auf dem individuellen Blutspendeausweis eingetragen.

Allgemein herrscht oft die Auffassung, dass seltene Blutgruppen besonders gefragt sind. Aber, genauso wie es viele Spender mit einer häufigen Blutgruppe gibt, gibt es auch viele Patienten mit häufigen Blutgruppen. Konkret heißt das, dass es selbst während guten Spendezeiten einen Mangel an Blut von häufigen Blutgruppen geben kann.

Eine besondere Stellung nimmt die Blutgruppe 0, insbesondere mit dem Rhesusfaktor negativ, ein. In Notfalleinrichtungen der obersten Versorgungsstufe, d.h. in Kliniken bei denen schwer kranke Patienten beispielsweise per Flugrettung eingeliefert werden, besteht ein besonders hoher Bedarf an der Blutgruppe 0. Menschen mit dieser Blutgruppe gelten als Universalspender, d.h. ihr Blut kann im Notfall Personen beliebiger anderer Blutgruppen transfundiert werden. Der täglich hohe Bedarf an Blutkonserven mit der Blutgruppe 0 ist keine Theorie, sondern Fakt.

Logo: Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes