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„Das BlutspendeMobil ist wie mein zweites Zuhause" - Interview mit BluMo-Fahrer Roland

23.09.2016  von: Lisa Rudolph

Roland Stumpf darf man das glauben. Der sympathische Franke ist der Mann der ersten Stunde im BluMo, wie der BSD sein BlutspendeMobil liebevoll nennt. Nur zu gern parkt der Fahrer sein Gefährt auf dem Nürnberger Jakobsplatz. Seit der Geburtsstunde des BluMos vor gut sechs Jahren sitzt Roland hinterm Steuer und tourt gemeinsam mit vier bis fünf Team-Kollegen quer durch Bayern, um Blutspenden in der Bevölkerung zu sammeln. Aus erster Hand erfahren wir, wie die mobile Blutspende ins Rollen kommt. Denn wir haben Roland „a weng“ (ein wenig), wie es fränkisch heißt, begleitet.


Roland, Du bist als erster im BluMo vom Hof der BSD-Zentrale gerollt. Heute tourst Du immer noch damit herum – ein Job für die Ewigkeit?

Roland Stumpf: Solange ich gesund bleibe, möchte ich dabei sein. Denn ich fahre leidenschaftlich gern. Ich mag den direkten Kontakt mit den Blutspendern. Durch die Arbeit im BluMo komme ich viel rum und lerne interessante Menschen kennen – junge, alte, Erstspender und langjährige Spender. Gewisse Orte liebe ich!

„Nürnberg ist ein Phänomen. Hier könnten wir uns jeden Tag hinstellen und werden immer überrannt!“ Roland Stumpf, Fahrer des BluMos

Einige Standorte kennst Du bestimmt schon wie Deine Westentasche?

Roland: Das stimmt, wie den Nürnberger Jakobsplatz, wo wir mindestens zweimal im Jahr stehen. Als ich Anfang der Woche im Team- Einsatzplan gelesen habe, dass wir diese Woche wieder hier Halt machen, hab ich mich drauf gefreut.

Und was genau reizt Dich an Nürnberg?

Roland: Dazu musst Du nur mal hinausschauen: rechter Hand die schöne Lorenzkirche, das Café links von uns. Die zwei Straßen-Cowboys da vorne machen schon seit mittags fröhlich ihre Musik. Aber auch nach dem BluMo drehen sich die Leute um.

Stimmt, das BluMo scheint ein echter Hingucker hier zu sein …

Roland: Und wer vorm BluMo stehen bleibt, signalisiert, dass er helfen will. Und die Interessierten, die an uns vorbeilaufen, sind ganz unterschiedliche Menschen: Da gibt es gemütliche Flanierer, viele Studenten, Touristen. Sie fragen: Wie lange seid Ihr heute noch da? Wie lange dauert die Blutspende? Ich hab das noch nie gemacht – kann jeder einfach so spenden?

Du musst also viele Antworten übers Blutspenden parat haben?

Roland: Ja. Ich bin als BluMo-Fahrer auch Teammitarbeiter und eben Ansprechpartner für die Spender oder Interessenten. In den Gesprächen versuche ich beispielsweise Erstspendern, ihre Ängste zu nehmen und zu verdeutlichen, dass Blutspenden wirklich nicht wehtut und man dabei ein enorm gutes Gefühl gewinnt – und vor allem anderen Menschen Leben schenkt.

 

Magazin-BlutspendeMobil

 

In diesem Moment klopft es an der Fahrertür und eine Kollegin von Roland im weißen Blutspendedienst-Kittel fragt zaghaft: „Dürfen wir ihn wieder haben, es brennt gerade hinten bei uns“. Roland sagt sofort zu, dass er gleich da ist, und ich unterbreche das Interview, folge ihm in den hinteren Bereich des Trucks und beobachte das Blutspende- Geschehen: Es gibt insgesamt sieben Liegen, die alle gerade belegt mit Spendern sind. Roland nimmt seinen Platz hinter der Anmelde- Theke ein. Inzwischen hat sich eine lange Spenderschlange gebildet, sie ragt sogar die Treppe aus dem BluMo hinunter. Rolands Aufgabe ist die Anamnese der Blutspender, dazu stellt er nun die Fragen: „Wie alt sind Sie? Haben Sie schon mal gespendet? Nein – dann bekommen Sie als Erstspender das volle Programm. Wir bestimmen zunächst mal Ihre Blutgruppe …“ Auch eine Sache, die Roland selbst übernimmt.

Nachdem der Ansturm nicht abreißt und ich den Ablauf nicht weiter unterbrechen will, hole ich mir die Antworten auf meine restlichen Fragen einfach aus der Aktion heraus ...

 

Magazin-Roland Stumpf

Roland Stumpf fährt, berät und bestimmt die Blutguppe.

Bei Dir sitzt jeder Handgriff und die Spender fühlen sich scheinbar gut aufgehoben …

Roland: Ich bin ja mittlerweile seit mehr als 15 Jahren beim Blutspendedienst, da bekommt man die nötige Berufsroutine. Die Abläufe rund um die Blutspende kenne ich aus dem Effeff, und der Kontakt mit Menschen, die helfen wollen, macht mir Spaß. Wichtig ist mir auch, dass die Stimmung im Team stimmt.

Deine Arbeitswoche ist durch das Herumtouren sicher ziemlich turbulent?

Roland: Mit dem BluMo rücken wir am Montag aus und dann geht es immer weiter von Ort zu Ort, wir sind die ganze Zeit zusammen unterwegs, wir schlagen unsere BluMo-Zelte tagsüber auf und bauen sie am Abend wieder ab. So geht es von Nürnberg nach Passau, weiter Richtung Regensburg oder München. Und wenn wir die BluMo-Pforten für die Spender öffnen, kann es schon mal turbulent zugehen, ja. Andererseits habe ich auch Rückzugsmöglichkeiten – hier im Fahrerhaus zum Beispiel ist es ruhig, gemütlich und ich kann zwischendrin auch verschnaufen, wie zuhause eben.

Bei dem Kommen und Gehen im BluMo auf dem Jakobsplatz verstehe ich die Aussage, Nürnberg sei ein Phänomen. Das Blutspende- Szenario dort, aber auch die Flexibilität sowie die Routine des BluMo-Fahrers haben mich begeistert. Und motiviert, meine nächste Blutspende sobald wie möglich in Angriff zu nehmen, hat mich Roland damit auch.

 

Das Interview führte Stefanie Skarzik, Referentin Unternehmenskommunikation beim Blutspendedienst des BRK.

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