Der Weg meiner Blutspende

Der Blutspendedienst des BRK steht täglich rund um die Uhr bereit, um Blutpräparate an Kliniken und Arztpraxen in ganz Bayern auszuliefern. Die Belieferung erfolgt bedarfsweise über die regionalen Instituts-Standorte.

Das entnommene Blut wird in seine verschiedenen Komponenten aufgetrennt. Aus einer Blutspende entstehen verschiedene Blutpräparate, die für die speziellen Anforderungen in der Transfusionsmedizin hergestellt werden: Erythrozytenkonzentrate, Thrombozytenpräparate und Blutplasma.

Dadurch können diese Präparate für mehrere Patienten und dem Bedarf entsprechend sehr zielgerichtet eingesetzt werden. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) werden aus allen Blutpräparaten entfernt, da sie für eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen bei der Bluttransfusion verantwortlich sind.

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Das gespendete Blut wird innerhalb von 24 Stunden im Produktionszentrum in Wiesentheid in die verschiedenen Komponenten aufgetrennt, weiterverarbeitet und im PCR-Labor getestet. Jede Blutspende wird mit der PCR-Methode (Polymerase Chain Reaction) auf die Erreger HIV 1, HBV, HCV, HAV und Parvovirus B19 getestet.

Die Herstellung von pharmazeutischen Blutpräparaten erfolgt streng nach den Richtlinien der Hämotherapie, die in Deutschland von der deutschen Bundesärztekammer im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut herausgegeben werden.

 

Infografik:
Der Weg der Blutspende

Erythrozyten­konzentrate

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Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) transportieren den Sauerstoff von der Lunge zu den Körperzellen und Kohlendioxid zurück zur Lunge. Sie enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, ein Protein, das den Sauerstoff in der Lunge bindet und in alle Teile des Körpers transportiert, beispielsweise zu den Muskeln und inneren Organen.

Erythrozytenkonzentrate werden z. B. bei plötzlichem Blutverlust nach einem Unfall, im Rahmen von Operationen oder bei Blutarmut (Anämie) eingesetzt.

Thrombozyten­präparate

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Blutplättchen (Thrombozyten) sind lebenswichtig für die Blutstillung (Gerinnung) und bilden die Grundlage für die Wundheilung. Über eine Billion kleinster Blutzellen zirkulieren im Blutkreislauf. Sie werden nach sieben bis zwölf Tagen durch körpereigene neue Blutzellen ersetzt.

Thrombozytenpräparate werden häufig während einer Chemotherapie bei Krebserkrankungen eingesetzt.

Blutplasma

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Blutplasma ist die Blutflüssigkeit. Das Blutplasma macht etwa 55 Prozent des Blutes aus. Es besteht zu etwa 90 Prozent aus Wasser, die restlichen zehn Prozent enthalten Nährstoffe sowie Faktoren für die Blutgerinnung und die Infektionsabwehr. Die Nährstoffbausteine (Traubenzucker und Aminosäuren) werden mit dem Blutplasma zu allen Körperzellen transportiert, denen sie als Energielieferant und Aufbaustoff dienen. Auch Mineralstoffe, Vitamine und Hormone werden mittels des Plasmas im Körper verteilt. Im Blutplasma wird auch ein großer Teil der im Körper entstehenden Stoffwechselendprodukte, wie z. B. Kohlenstoffdioxid, zu den Ausscheidungsorganen wie der Lunge gebracht und ausgeschieden. Darüber hinaus ist das Blutplasma für den Wärmetransport innerhalb des Körpers zuständig.

Blutplasma wird eingesetzt, wenn jemand plötzlich viel Blut verloren hat, an starken Verbrennungen oder einer Vergiftung leidet. Ein weiteres Einsatzgebiet liegt bei Patienten mit geschwächter Immunabwehr. Mit Hilfe des Plasmas kann der Körper Infektionen abwehren. Aber auch bei Menschen mit Blutgerinnungsstörungen, der sogenannten Bluterkrankheit, werden Präparate auf Basis von Blutplasma benötigt.

Jährlich werden in Bayern über eine halbe Million Erythrozytenkonzentrate hergestellt, hinzu kommen weitere Blutkomponenten wie Thrombozytenpräparate und Blutplasma.

Zur Behandlung von Patienten mit hämatologischen Erkrankungen (z. B. Blutkrebs) werden im Institut für Transfusionsmedizin in München zudem autologe Stammzellen verarbeitet. Für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit bösartigen Erkrankungen des Blutes besteht in manchen Fällen die Möglichkeit der Stammzelltherapie. Der Blutspendedienst des BRK ist auf diesem Gebiet seit über zehn Jahren Partner für verschiedene Einrichtungen in ganz Bayern. Viele autologe (vom Patienten stammende) und auch allogene (von einem Spender stammende) Stammzellpräparate wurden inzwischen beim Blutspendedienst des BRK zur Verfügung gestellt, um damit die Versorgung der hämato-/onkologischen Patientinnen und Patienten zu unterstützen.