Neue Testung auf West-Nil-Virus

Ein Beitrag von Lisa Rudolph vom 04.06.2019
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Laboruntersuchung

Ab 01.06.2019 werden Vollblutspender, die

  • sich innerhalb von vier Wochen vor dem Blutspendetermin und
  • während der West-Nil-Virus-Saison (01. Juni – 30. November eines Jahres)
  • an zwei aufeinanderfolgenden Tagen

in einem Endemiegebiet für West-Nil-Virus aufgehalten haben, nicht mehr von der Blutspende zurückgestellt.

Zusätzlich zu den standardmäßig durchgeführten Tests nach jeder Blutspende  wird das Blut von Reiserückkehrern aus einem Endemiegebiet für West-Nil-Virus mittels Nucleinsäure-Amplifikations-Technik (PCR) auf West-Nil-Viren untersucht.

Ausschlaggebend dafür, ob die Untersuchung durchgeführt wird, sind die entsprechenden Angaben auf dem Fragebogen für Blutspender, sowie die zusätzliche Abklärung im Rahmen der ärztlichen Untersuchung.

Aufgrund der in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegenen Rückstellungszahlen von potenziellen Blutspendern im Zusammenhang mit Aufenthalten in West-Nil-Virus-Endemiegebieten und einer erfahrungsgemäß tendenziell sinkenden Spendebereitschaft während der Sommermonaten wurde entschieden, künftig Blut von Reiserückkehrern aus einem Endemiegebiet für West-Nil-Virus zu untersuchen.

Infektionen mit dem West-Nil-Virus verlaufen überwiegend klinisch unauffällig, können jedoch bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem – zu denen grundsätzlich auch potenzielle Transfusionsempfänger zählen –  schwerwiegende Symptome hervorrufen.

Das West-Nil-Fieber ist eine in verschiedenen Regionen der Welt endemisch vorkommende Infektionskrankheit, die sowohl vom Tier auf den Menschen als auch vom Menschen auf Tiere übertragen werden kann. Hauptsächlich wird das Virus von Stechmücken zwischen wild lebenden Vögeln übertragen. An Vögeln infizierte Mücken können das Virus aber auch auf Säugetiere (v.a. Pferde) oder Menschen übertragen.

Alle Erdteile sind betroffen, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. In Europa kam es in der Vergangenheit zu saisonalen Ausbrüchen oder vereinzelten Übertragungen. Nach einem Aufenthalt in einer der betroffenen Regionen sind mittlerweile auch einzelne nach Deutschland importierte West-Nil-Virus -Erkrankungen bekannt geworden.

Weitere Informationen zum West-Nil-Virus finden Sie auf der Website des Robert-Koch-Instituts.

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Lisa Rudolph

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Seit 2015 beim BSD. Macht am liebsten Marketing für eine richtig gute Sache und bloggt hier GEGEN GLEICHGÜLTIGKEIT!

Kommentare

Markus Frank 27.08.2019, 19:21 Uhr
Hallo Lisa, Wieso würde ich dann heute zurückgestellt, weil ich in Moskau war? Zumal Moskau laut euerer Checkseite gar kein Risikogebiet ist? Die Ärztin hat ein altes vergilbtes Papier gezeigt, wo man wegen West-Nil -Fieber in Russland 4 Wochen gesperrt ist. Ich habe mich vorher informiert und wurde nach 1 Stunde Wartezeit heim geschickt.

Quirin Kreitmaier 28.08.2019, 09:38 Uhr
Hallo Herr Frank,
tatsächlich ist nach einem Aufenthalt in Moskau keine Sperrzeit von der Blutspende einzuhalten und Sie hätte Blutspenden dürfen. Wissen Sie noch um welchen Arzt es sich auf Ihrem Termin gehandelt hat?
Viele Grüße, Quirin vom BSD

Markus Frank 28.08.2019, 18:04 Uhr
Hallo Quirin, Leider weiß ich den Namen nicht. Sie war auch leider ein wenig unfreundlich. Ich war in Brackenheim spenden. Ich verstehe, dass man bei einer Blutspende vorsichtig sein muss, denn im Blut des Spenders kann ja durchaus was sein, was dem Spender nicht schadet aber dem Empfänger schon. Die Ärzte sollten aber schon aufgeklärt sein. Danke und Gruß Markus

Simon Feiler - BSD 29.08.2019, 11:05 Uhr
Hallo Markus, Sie sind hier auf der Seite des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes gelandet. Sie müssen Ihre Anfrage an den für Sie zuständigen Blutspendedienst (https://www.blutspende.de/startseite/startseite.php) stellen, da sich die Richtlinien zur Spendezulassung bei den unterschiedlichen Blutspendediensten unterscheiden können. Viele Grüße, Simon vom BSD

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Anna Uhlich 28.08.2019, 19:37 Uhr
Ich studiere in Italien und bin deswegen leider fast ständig im Risikogebiet. Wird die Spende denn benutzt, falls kein Virus gefunden wird?

Simon Feiler - BSD 29.08.2019, 12:51 Uhr
Hallo Anna,
ganz recht, wenn man im Risikogebiet des WNV Virus lebt, wird das Blut getestet und bei negativem Test verwendet. Der Test wird aber nur bei der Vollblutspende gemacht, bei Plasma- und Thrombozytenspende ist man 4 Wochen gesperrt.
Außerdem gibt es für die Provinzen Rom, Latina und Catanzaro eine 4-wöchige Sperrfrist wegen des Chikungunyavirus. Viele Grüße, Simon vom BSD

Anna 03.09.2019, 00:32 Uhr
Hallo Simon, vielen Dank für die Antwort! Was würde denn passieren, wenn der Test positiv ausfällt? Würde ich dann darüber informiert werden?

Ihre Antwort

Ingrid 25.09.2019, 10:41 Uhr
Hallo, warum wird nur auf den Virus getestet, wenn man sich an auf zwei aufeinander folgenden Tage im Risikogebiet aufgehalten hat? Kann man sich theoretisch nicht anstecken, sobald man sich in diesem Gebiet befindet? Viele Grüße

Lisa Rudolph 07.10.2019, 16:03 Uhr
Hallo Ingrid,
hier sind die Vorgaben der Bundesoberbehörde – Paul-Ehrlich-Institut (PEI) – ausschlaggebend.  Es gibt zum Thema West-Nil-Virus eine ganze Reihe von Anordnungen des PEI, darunter auch die Definition des Risikos nach Aufenthalt von zwei aufeinander folgenden Tagen. Die kurze Durchfahrt durch ein Risikogebiet ist eher als gering einzuschätzen. Aber bei zwei aufeinander folgenden Tagen – inklusive der Übernachtung dazwischen! – führt bereits zu einem entsprechendem Infektionsrisiko bzw. zu entsprechenden Chancen für die asiatische Tigermücke…
Viele Grüße, Lisa vom BSD

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