GESUNDHEIT & BLUTSPENDE

Hämoglobin – was Sie wissen sollten!

Warum ist der Hb-Wert so wichtig?

Blut besteht fast zur Hälfte aus festen Bestandteilen, wovon die roten Blutkörperchen, die dem Blut die rote Farbe verleihen, den größten Anteil bilden. Die roten Blutkörperchen – Erythrozyten genannt – haben die Aufgabe, alle Körperzellen mit lebenswichtigem Sauerstoff zu versorgen und auf dem Rückweg zur Lunge Kohlendioxid als Stoffwechselendprodukt zu entfernen. Sauerstoff und Kohlendioxid werden mit Hilfe des roten Blutfarbstoffes, des Hämoglobins (Hb) transportiert, das sich in den roten Blutkörperchen befindet. Im Hämoglobin ist Eisen enthalten, das den Sauerstoff binden kann. Die Zahl der roten Blutkörperchen ist normalerweise nur geringen Schwankungen unterworfen.

Rote Blutkörperchen haben eine Lebensdauer von 100-140 Tagen, d. h. es werden ständig ältere Erythrozyten abgebaut und neue kommen hinzu. Im Monat werden insgesamt rund 1,2 Liter Blut neu gebildet. Das im roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthaltene Eisen wird hierbei fast vollständig wieder zum Neubau von Hämoglobin verwendet (Recyclingsystem der Natur).

Bei einer Blutspende oder bei größerem Blutverlust geht für den Neuaufbau von Hämoglobin wichtiges Eisen verloren, das mit der Nahrung wieder aufgenommen wird. Jeder gesunde Mensch verfügt über eine natürliche Eisenreserve, mit der Verluste normalerweise rasch ausgeglichen werden können. Im Bedarfsfall steigt die Neubildung von roten Blutkörperchen bis auf das 15-fache des Normalwertes an. Besitzt ein Spender zu wenig roten Blutfarbstoff, d. h. ist sein Hämoglobinwert zu niedrig oder an der unteren Grenze, so hat er keine ausreichenden Eisenreserven für eine gesteigerte Neubildung von voll funktionsfähigen Erythrozyten. Eine Blutspende ist daher nicht möglich.

Menge und Art (Blutverfügbarkeit) des Nahrungseisens spielen für einen ausgeglichenen Eisenstoffwechsel eine wichtige Rolle. Eine optimale Bioverfügbarkeit weist das in tierischen Lebensmitteln (Fleisch und Innereien) vorhandene Eisen auf, während das in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthaltene Eisen vergleichsweise weniger verwertbar ist. Durch gleichzeitigen Verzehr Vitamin-C-haltiger Lebensmittel wird die Eisenresorption wesentlich verbessert. Eine Reihe von pflanzlichen Nahrungsbestandteilen dagegen erschwert die Eisenaufnahme.

Ihr Hämoglobinwert (Hb-Wert)

Der Grenzwert für das Blutspenden beträgt bei
Männern: 13,5 g/dl (= 135 g/l)
Frauen: 12,5 g/dl (= 125 g/l)

Wird bei einem Blutspendetermin bei Ihnen ein zu niedriger Hämoglobinwert festgestellt, sprechen Sie bitte mit Ihrem Hausarzt darüber.

Meist sind die Ursachen harmloser Natur. Hinter einem zu niedrigen Wert kann sich jedoch auch eine Krankheit verbergen (z. B. Eisenmangelanämie). Mit jeder Blutspende geht eine gewisse Menge Eisen verloren. Normalerweise kann aber davon ausgegangen werden, dass nach 50 Tagen bereits wieder der vor der Spende vorhandene Eisenblutspiegel erreicht ist.

Erhöhter Eisenbedarf besteht jedoch insbesondere bei weiblichen Jugendlichen (2,8 mg pro Tag). Stellen wir bei Ihnen vor der Spende indirekt (Hämoglobin-Bestimmung) einen eventuellen Eisenmangel fest, so reicht möglicherweise eine Nahrungsumstellung nicht aus. Der Hausarzt wird Ihnen dann ein eisenhaltiges Präparat oder eisenhaltige Natursäfte verordnen.

Logo: Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes