Was bedeuten die Angaben auf dem Blutspendeausweis?

Ein Beitrag von Luisa Gärtner vom 14.07.2020
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Da uns in letzter Zeit häufig Fragen zu den Angaben auf dem Blutspendeausweis erreichen, gehen wir nachfolgend im Detail darauf ein!

Seit 2012 gibt es den Blutspendeausweis im Kartenformat und so sieht er aus:

 Den roten Blutspndeausweis bekommen alle Erstspender/innen  und behalten ihn bis zur 24. Spende.

Den roten Blutspndeausweis bekommen alle Erstspender/innen
und behalten ihn bis zur 24. Spende.

Aber was bedeuten die ganzen Zahlen und Buchstaben, die auf dem Ausweis abgedruckt sind?
Zunächst findet man natürlich den Namen des Spenders, sein Geburtsdatum, die Spendernummer (inkl. Barcode), die Blutformel und den ausstellenden Arzt; zusätzlich steht auf der Rückseite die Anzahl der bisherigen Spenden bei der Ausstellung des Ausweises mit dem entsprechenden Datum und das Unterschriftsfeld. Weitere Angaben zur Person und die aktuelle Anzahl der geleisteten Blutspenden werden auf dem sog. RFID-Chip gespeichert. Diese Daten auf dem integrierten Chip werden verschlüsselt und können nur mit Hilfe bestimmter Lesegeräte von den DRK/BRK-Blutspendediensten abgerufen werden. Dazu weiter unten mehr.

Vorher wollen wir noch genauer auf die einzelnen Angaben eingehen:
Wie setzt sich die Spendernummer zusammen?
Früher setzte sich die Spendernummer aus dem Geburtsdatum und weiteren Zahlen zusammen. Seitdem die Daten im Computer gespeichert sind, ist das nicht mehr so. Die Anfangsnummer ist jetzt immer 27, die darauffolgenden drei Ziffern sind eine Art Ländercode (z.B. 680 steht für Bayern, 640 für den Blutspendedienst West oder 670 für Baden-Württemberg/Hessen), die darauffolgenden Ziffern werden dann zufällig vergeben.

Warum muss der ausstellende Arzt angeben werden?
Der ausstellende Arzt ist vermerkt, damit man später immer noch nachvollziehen kann, welcher Arzt für die Angaben auf dem Pass verantwortlich ist. Durch ihn ist bestätigt, dass die Blutformel in Verbindung mit dem angegebenen Spender korrekt ist. Dieser Transfusionsmediziner bei uns im Blutspendedienst tätig.

Was ist die Blutformel und was bedeuten die einzelnen Komponenten?
Die Blutformel setzt sich aus den transfusionsmedizinisch wichtigen Blutgruppenmerkmalen zusammen, dem AB0-System, dem Rhesussystem und dem Kellsystem.
Es könnte also folgendes auf Eurem Ausweis vermerkt sein:
A, AB, B oder 0 mit entweder positivem oder negativem Rhesusfaktor (Rh (D) pos od. Rh (d) neg), wobei sogar der Genotyp genau mitangegeben ist (z.B. ccddee) und positivem oder negativem Kellfaktor (K pos od. K neg).
Die zutreffende Kombination aus diesen Faktoren ist auf dem Blutspendeausweis abgedruckt.

Was wird alles auf dem integrierten RFID-Chip gespeichert?
Auf dem RFID-Chip sind keine medizinischen Daten (z.B. Befunde) des Spenders gespeichert, sondern nur die persönlichen Daten, wie Name, Vorname, Geburtsname (falls abweichend), Geburtsdatum, vorangestellter Titel, Namenszusatz, Wohnanschrift, die Spendernummer des ausstellenden Blutspendedienstes, und die Blutgruppe mit dem Rhesusfaktor.
RFID ist die Abkürzung für den englischen Begriff „radio-frequency identification“. Ins Deutsche lässt es sich mit „Identifizierung mit Hilfe elektromagnetischer Wellen“ übertragen.

Woher weiß der Spender wie viele Spenden er schon geleistet hat?
Da die Anzahl der geleisteten Spenden nicht mehr auf dem Ausweis sichtbar ist, wird die aktuelle Anzahl der Spenden in der Blutspende-App (digitaler Spenderservice) angezeigt. Außerdem gibt es an den Terminorten Stempelkarten auf der man sich die Spenden dokumentieren lassen kann. So hat man auch zukünftig die genaue Anzahl und das jeweilige Spendedatum im Blick.

Was passiert, wenn der Spender umzieht?
Dadurch, dass die Adresse nicht auf dem Ausweis steht, muss bei Adressänderung kein neuer Ausweis ausgestellt werden. Es reicht dann, die neue Adresse beim Termin anzugeben, die im System erfasst und dann automatisch auf der Karte gespeichert wird. Alternativ kann man hier seine neue Adresse bei uns über die Website melden.

Was passiert, wenn der Ausweis verloren geht?
In diesem Fall gibt es mehrere Möglichkeiten damit man einen neuen Ausweis erhält:

  • Beim nächsten Termin bei der Registratur angeben
  • Über die kostenfreie Spenderhotline - 0800 11 949 11
  • Per E-Mail - info@blutspendedienst.com (hier unbedingt Name, Adresse und Geburtsdatum angeben!)

Sollte man selbst einmal in eine Notlage geraten und schnell eine Bluttransfusion benötigen, hilft der Blutspendeausweis wertvolle Zeit zu sparen, denn auf eine Blutgruppenbestimmung kann dann im äußersten Notfall verzichtet werden. Deshalb sollte man seinen Blutspendeausweis immer bei sich tragen!

 

 



Luisa Gärtner

Managerin Social Media

Kommentare

Peter Hammerdinger 12.11.2020, 05:49 Uhr
Hallo Ich habe noch einen uralten Blutspende Ausweis aus Papier. Kann ich diesen gegen einen im Scheckkartenformsat umtauschen lassen? Ist das möglich? Mir geht es Hauptsächlich darum dass ich den immer am Mann habe falls er evtl.mal dringend benötigt wird. Wss muss ich tun ?? An wen muss ich mich da wenden,? Vielen Dank für Ihre Antwort Gruss

Michaela Wittwer 12.11.2020, 08:47 Uhr
Hallo lieber Peter,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Engagement bei der Blutspende.
Bitte wenden Sie sich zur Abklärung direkt an die Spenderhotline: 0800 11 949 11 (Mo-Fr, 8.00-17.00 Uhr, kostenfrei aus Mobilfunk- und Festnetz)
Vielen Dank!

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und sende liebe Grüße
Michaela vom BSD

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Hans Peter Mess 20.12.2020, 12:57 Uhr
Ich bitte um folgende Info was bedeutet VBM und RCK & WEG und VB auf meinem TitRE Ausdruck den Sie mir gemacht haben wie OFT UND WO ICH gespendet habe. das betrifft die spende Art. Bitte klären Sie mich auf.

Lisa Rudolph 23.12.2020, 11:58 Uhr

Hallo Hans Peter,
vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihr Engagement für die Blutspende!
Seitens Blutspendedienst des BRK sind Ausdrucke und Bezeichnungen dieser Art leider nicht bekannt, wir gehen also davon aus, dass Sie bei einem anderen DRK-Blutspendedienst Blut gespendet haben. Über unsere bundesweite Hotline der DRK-/BRK-Blutspendedienste werden Sie direkt an den für Sie zuständigen Blutspendedienst weitergeleitet: 0800 11 949 11 (Mo-Fr, 8.00-17.00 Uhr, kostenfrei aus Mobilfunk- und Festnetz).
Viele Grüße, Lisa vom BSD 


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Daniel Crow 25.02.2021, 10:34 Uhr
Hi, ich würde mir gerne meine Blutgruppe auf die Haut tätowieren lassen da ich meine Brieftasche / Geldbörse/ Portmonee / Portemonnaie / portable-money-wallet oft nicht in Körpernähe aufbewahre. Gibt es irgendwo auf dem menschlichen Körper eine Stelle von der aus eine solche Kennzeichnung nicht gleich jedem, mir begegnenden Individuum, ins Blickfeld springt aber einem in der Notfallmedizin bedienstetem Lebensretter nur in eher unwahrscheinlichem Falle unentdeckt bliebe? Also so etwas wie Handrücken oder Handgelenk? Ich dachte zuerst an den Hals, doch der ist ja im Winter dann doch meist großflächig verdeckt. Noch eine andere Frage: Mein Blut will ja (zumindest bei der Haema) keiner haben weil sich Dieses, wie mir der dortige Arzt sagte "nicht vermarkten liese". ( 0+ mit Anti-E Körpern ) Mich würde mal interessieren was es mit diesen Anti-Körpern konkret auf sich hat. Bestehen DIese schon seit (bzw. vor) der Geburt oder entwickeln sich Diese erst im Laufe des Lebens? Sind Fälle bekannt in denen sich diese wohl genetisch bedingten Entitäten im Laufe der Zeit vom Blut verabschiedeten? Nich das ich mich deshalb um meine Gesundheit sorgen würde, mich stört nur der Umstand das ich zwar mein Plasma unproblematisch verhökern kann aber auf meinem Blut schlichtweg hocken bleib. Ja ich weiß, es leistet mir ja täglich unerlässliche Dienste, für die ich ja auch dankbar bin aber -hey- ihr wisst doch wie's ist bei jungen Kerlen.. die sind jung & brauchen das Moos.. Sonst kommen se nich über Los & stauben keine 2000 Frauen ab.. Oder so ähnlich.. ^^ Danke im Voraus für 'ne Antwort.. Lassts euch gut gehen & gehabt euch wohl.. Ciao :)

Lisa Rudolph 25.02.2021, 14:52 Uhr
Hallo Daniel,
danke für Ihren Kommentar und Ihr Interesse!
die sogenannten irregulären Antikörper wie Anti-E bilden sich oft nach Kontakt mit Fremdblut, eventuell kann es auch spontan bzw. nach Kontakt mit Krankheitserregern bei einem Infekt durch ähnliche Strukturen des Erregers zu einer Antikörperbildung kommen. Der Titer, also der nachweisbare Spiegel der Antikörper, kann sich im Laufe des Lebens ändern, es kann also auch zu einem Absinken des Spiegels kommen. Ob der Antikörper aber ganz verschwindet bzw. unter die Nachweisgrenze fällt, kann man nicht vorhersagen.
Viele Grüße, Lisa vom BSD

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Stumpf 18.04.2021, 09:56 Uhr
In meinem Ausweis steht D. Heißt das ich bin DD oder Dd

Michaela Wittwer 19.04.2021, 11:53 Uhr
Hallo,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse am Thema Blutspende.
Das "D" im Auswei bedeutet Rhesus positiv. Rhesus negativ wird mit "dd" angegeben.

Viele Grüße
Michaela vom BSD

Stumpf 09.05.2021, 13:37 Uhr
Kann man denn aus dem D. herauslesen ob man positiv ist weil beide Eltern positiv sind (also DD) oder einer positiv und einer negativ (also Dd). Denn bei allen anderen Angaben auf dem Ausweis werden immer 2 Buchstaben angegeben (Cc,CC,cc oder ee, eE, EE...)

Verena Hundemer 10.05.2021, 14:01 Uhr
Hallo,
aus dem „D“ kann man nicht herauslesen ob der zweite Buchstabe klein oder groß ist. Sobald Sie ein großes „D“ als Merkmal haben, sagt das aus, dass Sie im Phänotyp Rhesus-positiv sind. Da das für die Blutspende als Angabe völlig ausreicht, wird Ihr Genotyp, also „DD“, „Dd“ oder „dD“, nicht auf Ihrem Blutspendeausweis vermerkt. Für eventuelle Nachfragen wenden Sie sich gerne an unser Ärzte-Team: 0800 11 949 11 (Mo-Fr, 8.00-17.00 Uhr, kostenfrei aus Mobilfunk- und Festnetz).
Ich hoffe, wir konnten Ihre Frage damit beantworten.
Einen guten Start in die Woche, Verena vom BSD

Stumpf 22.05.2021, 13:01 Uhr
Vielen Dank für die Informationen Kann man das irgendwo bestimmen lassen?

Lisa Rudolph 25.05.2021, 12:27 Uhr
Hallo,
eine weiterführende Bestimmung im Rahmen einer Blutspende ist leider nicht möglich.
Sprechen Sie gerne Ihren Hausarzt darauf an.
Viele Grüße, Lisa vom BSD

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Sven Rohland 25.04.2021, 13:26 Uhr
Karte verloren

Michaela Wittwer 26.04.2021, 12:28 Uhr
Hallo Sven,

danke für Deine Nachricht.
In dem Fall wende Dich bitte an die Spender-Hotline: 0800 11 949 11 (Mo-Fr, 8.00-17.00 Uhr, kostenfrei aus Mobilfunk- und Festnetz) oder info@blutspendedienst.com

Vielen Dank und liebe Grüße
Michaela vom BSD

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