SPENDERINFORMATION

Die wichtigsten Fragen zur Blutspende

  • Vielen Dank für Ihr Interesse an der Blutspende. Wie Sie sich vorstellen können, ist die Blutspende ein wichtiger Dienst gegenüber seinen Mitmenschen und als solche muss diese unter gewissen vorgegebenen Rahmenbedingungen durchgeführt werden. An erster Stelle steht dabei immer die Sicherheit der Blutspendeempfänger und unserer Spender.

Blut ist für viele Menschen überlebenswichtig. So hat beispielsweise Miriam, die an einer chronischen Blutarmut leidet, keine Alternative zu Blutkonserven. Sie braucht etwa alle drei Wochen neues Blut, um zu überleben.

Derzeit spenden in Bayern nur etwa 7% der Bevölkerung, aber jeder Dritte ist einmal in seinem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen.

Mit modernen Verarbeitungstechniken können Blutspenden in ihre Bestandteile zerlegt werden und so bis zu 3 Patienten helfen. Darüber hinaus werden aus Blutspenden lebenswichtige Medikamente u.a. für Patienten mit einer Immunschwächekrankheit hergestellt.

Man möchte annehmen, dass der Großteil der Blutspenden denen hilft, die Verletzungen durch einen Unfall erleiden. Doch das meiste Blut – etwa 19 Prozent – kommt bei der Krebstherapie zum Einsatz. Auf unserer Website finden Sie weitere Informationen zu den Einsatzgebieten von Blutprodukten.

Viele Menschen, wie zum Beispiel Miriam und Felix, haben ohne Blutspenden keine Überlebenschance.

In Bayern werden jeden Tag etwa 2.000 Blutspenden für kranke und verletzte Patienten benötigt.

Blutspenden kann man vom 18. bis zum vollendeten 72. Lebensjahr, wenn man gesund ist und nach dem Ausfüllen des Fragebogens sowie bei der Untersuchung des Arztes beim Blutspendetermin vor Ort keine Gründe für einen Ausschluss festgestellt werden. Darüber hinaus muss man mindestens 50 kg wiegen. Als Erstspender sollte man nicht älter als 64 sein.

Frauen können viermal, Männer sogar sechsmal innerhalb von 12 Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden muss ein Mindestabstand von mindestens 56 Tagen (acht Wochen) liegen. Damit die Blutspende gut vertragen wird, ist es wichtig im Voraus ausreichend zu essen und zu trinken (nach Möglichkeit bis zu zwei Liter). Eine vorherige Anmeldung oder Untersuchung durch Ihren Hausarzt ist nicht nötig!

Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes bietet in Bayern etwa 5.000 Blutspendetermine pro Jahr an. Alle Termine der nächsten sechs Wochen finden Sie unter www.blutspendedienst.com/termine.

Die Blutspende an sich dauert selten länger als 10 Minuten. Für den gesamten Ablauf sollte man etwa 60 Minuten einplanen. Zur Feierabendzeit oder wenn viele neue Spender zu einem Termin erscheinen, kann es auch mal etwas länger dauern. Erstspender müssen intensiver auf die Blutspende vorbereitet werden. So dauert das Arztgespräch und die Blutspende an sich oftmals etwas länger.

Alle Informationen zum Ablauf einer Blutspende finden Sie hier.

Aus gesetzlichen Gründen müssen Sie sich ausweisen. Bringen Sie deshalb bitte zu jeder Blutspende einen Ausweis mit Lichtbild (z.B. Personalausweis) oder Ihren Blutspendeausweis mit.

Innerhalb von zwölf Monaten können Frauen viermal, Männer sogar sechsmal Blut spenden. Ein Mindestabstand von 56 Tagen zwischen den Terminen ist erforderlich, damit sich das gespendete Blut wieder neu nachbilden kann.

Um den Flüssigkeitshaushalt Ihres Körpers auf die Blutspende vorzubereiten, ist es wichtig, dass Sie am Tag der Blutspende viel trinken (mindestens 1,5 Liter) – natürlich alkoholfrei. Zudem sollten Sie einen Tag vor der Blutspende keine allzu fetthaltigen Speisen zu sich nehmen. Dies hat Einfluss auf die Qualität des Plasmas. Spenden Sie aber auch nicht mit leerem Magen.

Bitte bringen Sie genügend Zeit (mind. 1 Stunde) zur Blutspende mit. Auf sportliche Aktivitäten sollten Sie sowohl vor als auch nach der Blutspende verzichten.

In Abhängigkeit von Ihrem Reiseziel können Sie sich mit bestimmten Krankheitserregern, wie z. B. Hepatitis A oder Malaria, infiziert haben – ohne selbst bei Ihrer Rückkehr bereits Krankheitssymptome zu verspüren. Bei solchen Krankheiten können von dem Zeitpunkt der Infektion bis zur Nachweisbarkeit im Blut mehrere Wochen vergehen. Bei einer Blutspende direkt nach einer Reise, ist das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern auf den Blutempfänger erhöht. Die meisten Patientinnen und Patienten, die Blutkonserven benötigen, sind bereits geschwächt und sollten keinem weiteren Risiko ausgesetzt werden – auch wenn es in manchen Fällen scheinbar noch so klein sein mag. Sichere Blutprodukte für die Patienten haben höchste Priorität.

Wenn Sie sich länger als 24 Stunden in einem Land mit Chikungunya-, West Nile-Virus-, Dengue-Fieber-Risiko aufgehalten haben, dürfen Sie ohne Krankheitssymptome einen Monat nach der Rückkehr wieder Blut spenden. Wenn Sie sich länger als 24 Stunden in einem Land mit Malaria-Risiko aufgehalten haben, können Sie ohne Symptome sechs Monate nach der Rückkehr wieder spenden.

Einzelne Länder oder Regionen können kurzfristig zu Risikogebieten erklärt werden, die nicht aufgeführt sind. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie Blut spenden dürfen, kontaktieren Sie bitte unsere kostenlose Spender-Hotline unter der 0800 11 949 11.

Nach bestimmten Krankheiten und Behandlungen besteht ein erhöhtes Risiko, Krankheiten über das Blut zu übertragen. Unsere Aufgabe ist es, die größtmögliche Sicherheit für Spender und Empfänger zu gewährleisten.

  • Bei einer Impfung mit abgetöteten Erregern kann man bereits nach einem Tag wieder spenden, wenn man sich fit und gesund fühlt. Dies betrifft folgende Impfungen: Grippe, HPV (Humanes Papillomavirus), Poliomyelitis parenteral (Salk), Tetanus und die FSME-Impfung (Zeckenimpfung). Ausnahme Hepatitis B-Impfung: Hier beträgt die Wartezeit vier Wochen.
  • Bei den Impfungen mit lebenden Erregern liegt die Wartezeit bei einem Monat. Dies betrifft folgende Impfungen: Masern-Mumps-Röteln, Poliomyelitis oral (Sabin) und Varizellen.
  • Bei Impfungen nach bestimmten Ereignissen, wie z.B. einer Infektion mit Tetanus, nach einer Verletzung oder nach einer Impfung gegen Tollwut bei Verdacht auf Kontakt mit einem erkrankten Tier kann erst zwölf Monate später gespendet werden.

Bei hier nicht erwähnten Impfungen wenden Sie sich bitte zur genauen Abklärung an unsere kostenlose Spender-Hotline 0800 11 949 11.

Wenn Sie krank bzw. arbeitsunfähig geschrieben sind, dürfen Sie kein Blut spenden. Abgesehen davon, dass die Einnahme von Medikamenten oder Ihr aktueller Gesundheitszustand gegen eine Blutspende sprechen könnte, dürfen Sie auch aus versicherungstechnischen Gründen nicht spenden. Sollte es zu einem Zwischenfall kommen, z. B. auf dem Hin- oder Rückweg zum Termin, sind Sie in diesem Fall nicht versichert.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie sich nicht gesund fühlen, dürfen Sie – egal ob mit oder ohne Krankschreibung – kein Blut spenden, da Sie einen eventuellen Infekt oder ähnliches an die Blutspendeempfänger weiter geben könnten. Die Patienten befinden sich meistens schon in einem geschwächten Zustand, daher gilt es, dieses Risiko unbedingt auszuschließen.

Ihr Gesundheitszustand und die möglichen Risiken, wie beispielsweise Medikamenteinnahmen, müssen tagesaktuell mitgeteilt werden, damit für den Blutspendeempfänger und für Sie als Spender, die größtmögliche Sicherheit gewährleistet werden kann.

Ein großer Teil unseres Blutes besteht aus roten Blutkörperchen (= Erythrozyten). Diese sind dafür verantwortlich, dass unsere Körperzellen mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Gleichzeitig transportieren sie Kohlendioxid aus dem Körper hinaus. Grund für die rote Farbe unseres Blutes ist der enthaltene Blutfarbstoff Hämoglobin. Besitzt ein Spender zu wenig roten Blutfarbstoff, d.h. ist sein Hämoglobinwert zu niedrig, so hat er keine ausreichenden Eisenreserven für eine gesteigerte Neubildung von voll funktionsfähigen Erythrozyten (= rote Blutkörperchen). Bei einer Blutspende geht dem Körper wichtiges Eisen verloren. Jeder gesunde Mensch verfügt zwar über eine natürliche Eisenreserve, mit der Verluste normalerweise ausgeglichen werden können. Sind diese Eisenreserven jedoch nicht ausreichend vorhanden – sprich ist der Hb-Wert zu niedrig, ist eine Blutspende zum Schutz des Spenders nicht möglich.

Weitere Informationen zum Hämoglobin-Wert und Ernährungstipps für Blutspender finden Sie hier.

Nach der Blutspende ist es wichtig, viel zu trinken, damit der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen wird. Ebenfalls sollten Sie zur Stärkung etwas essen sowie eine Ruhepause von mindestens 10 Minuten unter Aufsicht einhalten, um den Körper zu entlasten. Außerdem empfehlen wir nach der Spende auf größere körperliche Anstrengungen, wie z.B. den Besuch eines Fitness-Studios oder einer Sauna, zu verzichten. Spender, die mit dem eigenen Pkw oder Motorrad zum Spendetermin anreisen, müssen 30 Minuten warten bevor sie wieder am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Bei Spendern mit Berufen mit erhöhtem Risiko, z. B. Personenbeförderung, sind längere Wartezeiten nach der Spende vorgeschrieben.

Der Verlust des abgenommenen Blutvolumens von etwa 500 ml ist schnell wieder ausgeglichen. Die Nachbildung der weißen Blutkörperchen (= Leukozyten), welche für die Abwehr von Krankheitskeimen zuständig sind, geschieht innerhalb weniger Tage. Das Blutplasma wird ebenfalls kurzfristig nachgebildet. Auch die Thrombozyten (= Blutplättchen) brauchen wenige Tage. Die Neubildung der roten Blutkörperchen dauert etwa zwei Monate. Die Leistungsfähigkeit ist während dieser Zeit nicht beeinträchtigt. Die vorgeschriebenen Spendeabstände der verschiedenen Spendearten ergeben sich aus den Zeiträumen, die die jeweiligen Blutbestandteile für ihre Neubildung benötigen.

Nach dem Blutspendetermin werden die Spenden in unsere Produktions- und Logistikzentrum nach Wiesentheid gebracht. Dort werden die Blutspenden weiter verarbeitet. Dazu werden die Blutkonserven zentrifugiert und in ihre Blutbestandteile (Erythrozyten, Thrombozyten und Plasma) aufgeteilt. So entstehen Erythrozytenkonzentrate, Thrombozytenkonzentrate und therapeutisches Plasma. Am Blutspendetermin werden außerdem von jedem Spender Kontrollröhrchen entnommen. Die abgenommenen Röhrchen werden in unseren Labors in München und Wiesentheid untersucht. Im ersten Schritt werden die Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmt. Danach wird das Blut auf verschiedene Infektionskrankheiten, wie HIV, Hepatitis und Syphilis untersucht. Dies geschieht mittels Antikörper- und Virusdirektnachweis-Tests.

Weitere Informationen zu den Blutuntersuchungen finden Sie auf unserem Blog.

Wichtig zu wissen! Die Viren bzw. virusspezifischen Antikörper sind im Blut zwar nachweisbar, allerdings oft erst mehrere Wochen nach einer Infektion. D.h. es gibt eine sogenannte Fensterphase, in der wir den Virus trotz der Tests nicht nachweisen können. Daher ist es wichtig, dass der medizinische Fragebogen vor der Blutspende wahrheitsgemäß ausgefüllt wird.

Bis zur Verwendung im Krankenhaus oder in einer Arztpraxis werden die einzelnen Blutpräparate in den Instituten des Blutspendedienstes gelagert.

Falls bei einer der aufgeführten Untersuchungen ein Befund von der Norm abweichen sollte, werden Sie bzw. Ihr Hausarzt schriftlich über das Ergebnis informiert.

Eine Blutspende bedeutet für Sie gleichzeitig eine kostenfreie ärztliche Beratung mit Mini-Check. Das gespendete Blut wird auf verschiedene Parameter untersucht. Auf Erkrankungen hinweisende Befunde werden Ihnen bzw. Ihrem Hausarzt mitgeteilt. So können mögliche Krankheiten frühzeitig erkannt und damit rechtzeitig behandelt werden.

Auf unserer Website unter dem Navigationspunkt finden Sie weitere interessante Informationen. Bei Fragen steht Ihnen unsere kostenfreie Hotline 0800 / 11 949 11 montags bis freitags zwischen 7.30 Uhr und 18.00 Uhr zur Verfügung.

Selbstverständlich können Sie jemanden zum Blutspenden mitnehmen. Als Begleitung, aus Neugierde oder sogar als Erstspender (Alter für Erstspender: zwischen dem 18. und 65. Lebensjahr ggf. älter nach ärztlicher Prüfung). Jeder neue Interessent ist herzlich willkommen, denn jeder Einzelne ist uns wichtig.

In 2013 waren etwa 532.000 Menschen in Bayern bereit, ihr Blut für andere zu spenden. Gemeinsam haben sie dafür gesorgt, dass all jenen Patienten, die nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit Blutkonserven benötigen, geholfen werden konnte. Durchschnittlich spenden 7,36 Prozent der Menschen in Bayern Blut.

Der Blutspendedienst des BRK (BSD) wurde 1953 vom Bayerischen Roten Kreuz mit dem Auftrag gegründet, die Versorgung mit Blutprodukten in Bayern sicherzustellen. Er trägt die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH. Als modernes pharmazeutisches Unternehmen ist der BSD heute ein aktiver Partner im bayerischen Gesundheitswesen. Mit seinen ca. 700 engagierten Mitarbeitern organisiert der BSD jährlich in 65 bayerischen Landkreisen etwa 5.000 Blutspendetermine.

Aus jeder „Vollblutspende“ können bis zu drei verschiedene Präparate aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) oder Plasma hergestellt werden.

Weitere Informationen und Termine zur Plasmaspende erhalten Sie unter www.plasmazentrum-wuerzburg.de.

Neben der Vollblutspende besteht die Möglichkeit einer Apheresespende. Dabei werden nur die benötigten Bestandteile, wie Plasma oder Thrombozyten, entnommen. Die restlichen Blutbestandteile werden dem Körper direkt zurückgeführt. Diese Spendeart ist wichtig, um die Nachfrage an den unterschiedlichen Blutprodukten decken zu können.

Informationen und Termine zur Thrombozytenspende erhalten Sie unter thrombozytenspende.blutspendedienst.com.

Bei der Apheresespende wird das Blut während der Spende maschinell in seine Bestandteile zerlegt. Bestandteile, welche nicht für die Spende verwendet werden, werden dem Spender direkt wieder in den Körper zurück geführt. Damit ist die Apheresespende ein sehr schonendes Verfahren, da der Körper nur die entnommenen Blutbestandteile ersetzen muss. Da der Körper hierbei weniger lang braucht, um sich zu regenerieren, ist diese Art der Spende alle zwei Wochen möglich. Der Spendevorgang dauert zwischen 60 - 90 Minuten und kommt bei der Thrombozyten- und Plasmaspende zum Einsatz. Vor einer Thrombozyten- oder Plasmaspende sollten Sie mindestens ein Mal Blut gespendet haben.

Aktuelle Blutspendetermine finden Sie hier »

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