Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Blutspende

Warum ist Blut spenden wichtig?

Spenderblut ist für viele Menschen überlebenswichtig. Jeden Tag werden in Bayern ca. 2.000 Blutkonserven benötigt. Derzeit spenden in Bayern nur etwa 7% der Bevölkerung, aber jeder Dritte ist einmal in seinem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen. Mit modernen Verarbeitungstechniken können Blutspenden in ihre Bestandteile zerlegt werden und so bis zu drei Patienten helfen.

Das meiste Blut – etwa 19 Prozent – kommt bei der Krebstherapie zum Einsatz. 16 Prozent werden bei Herzerkrankungen eingesetzt, weitere 16 Prozent bei Magen- und Darmerkrankungen. 12 Prozent aller Blutprodukte helfen bei Verletzungen aus Unfällen. Weitere Informationen zu den Einsatzgebieten von Blutprodukten.

Täglich werden in Bayern ca. 2.000 Blutspenden für die Versorgung von Kranken und Verletzten benötigt. In ganz Deutschland liegt der tägliche Bedarf bei 15.000 Blutspenden pro Tag.

In Bayern sind jährlich ca. 240.000 Menschen bereit, ihr Blut für andere zu spenden. Gemeinsam haben sie dafür gesorgt, dass all jenen Patienten, die nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit Blutkonserven benötigen, geholfen werden konnte. Durchschnittlich spenden ca. 7 Prozent der spendefähigen Menschen in Bayern Blut.

Vor der Blutspende & erste Blutspende

Blut spenden kann man vom 18. bis zum vollendeten 72. Lebensjahr, wenn man gesund ist und nach dem Ausfüllen des Fragebogens sowie bei der Untersuchung des Arztes beim Blutspendetermin vor Ort keine Gründe für einen Ausschluss festgestellt werden. Darüber hinaus muss man mindestens 50 kg wiegen. Als Erstspender sollte man nicht älter als 64 Jahre alt sein. Frauen können viermal, Männer sogar sechsmal innerhalb von 12 Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden muss ein Mindestabstand von 56 spendefreien Tagen liegen. Damit die Blutspende gut vertragen wird, ist es wichtig im Voraus ausreichend zu essen und zu trinken. Eine vorherige Anmeldung oder Untersuchung durch Ihren Hausarzt ist nicht nötig!

Der Blutspendedienst des BRK bietet in Bayern ca. 4.500 mobile Blutspendetermine pro Jahr an. Alle Termine der nächsten Wochen finden Sie unter www.blutspendedienst.com/termine.
 
 

Um den Flüssigkeitshaushalt Ihres Körpers auf die Blutspende vorzubereiten, ist es wichtig, dass Sie am Tag der Blutspende viel trinken (mindestens 1,5 Liter) – natürlich alkoholfrei. Zudem sollten Sie einen Tag vor der Blutspende keine allzu fetthaltigen Speisen zu sich nehmen. Dies hat Einfluss auf die Qualität des Plasmas. Spenden Sie nicht mit leerem Magen. Bitte bringen Sie genügend Zeit (mind. 1 Stunde) zur Blutspende mit. Auf sportliche Aktivitäten sollten Sie sowohl vor als auch nach der Blutspende verzichten. Außerdem ist es ratsam 4 Stunden vor der Blutspende auf Zigaretten zu verzichten, da das ebenfalls Einfluss auf die Qualität der Blutkonserve hat.

Ihr Gesundheitszustand und die möglichen Risiken, wie beispielsweise Medikamenteneinnahmen, müssen tagesaktuell mitgeteilt werden, damit für den Transfusionsempfänger und für Sie als Spender, die größtmögliche Sicherheit gewährleistet werden kann..

Aus gesetzlichen Gründen müssen Sie sich ausweisen. Bringen Sie deshalb bitte zu jeder Blutspende einen Ausweis mit Lichtbild (z.B. Personalausweis) und natürlich Ihren Blutspendeausweis mit.

Erstspender/innen erhalten den Blutspendeausweis ca. 4 Wochen nach Ihrer ersten Blutspende per Post.
Blutspender/innen, die noch den Blutspendeausweis in Papierformat besitzen, erhalten nach Ihrer nächsten Blutspende den neuen Ausweis im Scheckkartenformat.
Sollte der Blutspendeausweis einmal verloren gehen, wenden Sie sich bitte an die unsere Hotline unter 0800 11 949 11 (kostenfrei, nur aus dem dt. Festnetz erreichbar) oder schreiben Sie eine E-Mail an hotline@blutspendedienst.com.
Weitere Informationen zum Blutspendeausweis finden Sie hier.

Ablauf einer Blutspende

Die Blutspende an sich dauert selten länger als 10 Minuten. Für den gesamten Ablauf sollte man etwa 60 Minuten einplanen. Erstspender müssen intensiver auf die Blutspende vorbereitet werden. So dauern das Arztgespräch und die Blutspende an sich oftmals etwas länger.

Informationen zum Ablauf einer Blutspende finden Sie hier.

Ein großer Teil unseres Blutes besteht aus roten Blutkörperchen (= Erythrozyten). Diese sind dafür verantwortlich, dass unsere Körperzellen mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Gleichzeitig transportieren sie Kohlendioxid aus dem Körper hinaus. Grund für die rote Farbe unseres Blutes ist der enthaltene Blutfarbstoff Hämoglobin. Besitzt ein Spender zu wenig roten Blutfarbstoff, d.h. ist sein Hämoglobinwert zu niedrig, so hat er keine ausreichenden Eisenreserven für eine gesteigerte Neubildung von voll funktionsfähigen Erythrozyten (= rote Blutkörperchen). Bei einer Blutspende geht dem Körper Eisen verloren. Jeder gesunde Mensch verfügt über eine natürliche Eisenreserve, mit der Verluste ausgeglichen werden können. Sind diese Eisenreserven jedoch nicht ausreichend vorhanden – sprich ist der Hb-Wert zu niedrig, ist eine Blutspende zum Schutz des Spenders nicht möglich. Weitere Informationen zum Hämoglobin-Wert und Ernährungstipps für Blutspender finden Sie hier.

Nach der Blutspende

Nach der Blutspende ist es wichtig, viel zu trinken, damit der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen wird. Ebenfalls sollten Sie zur Stärkung etwas essen sowie eine Ruhepause von mindestens 10 Minuten unter Aufsicht einhalten, um den Körper zu entlasten. Außerdem empfehlen wir nach der Spende auf größere körperliche Anstrengungen, wie z.B. den Besuch eines Fitness-Studios oder einer Sauna, zu verzichten. Spender, die mit dem eigenen Pkw oder Motorrad zum Spendetermin anreisen, sollten 30 Minuten warten bevor sie wieder am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Bei Spendern mit Berufen mit erhöhtem Risiko, z. B. Personenbeförderung, sind längere Wartezeiten nach der Spende vorgeschrieben. Raucher sollten auch nach der Spende ca. 4 Stunden warten bevor sie eine Zigarette rauchen, da sich das Nikotin negativ auf den Kreislauf des Spenders auswirken kann.

Der Verlust des abgenommenen Blutvolumens von etwa 500 ml ist schnell wieder ausgeglichen. Die Nachbildung der weißen Blutkörperchen (= Leukozyten), welche für die Abwehr von Krankheitskeimen zuständig sind, geschieht innerhalb weniger Tage. Das Blutplasma wird ebenfalls kurzfristig nachgebildet. Auch die Thrombozyten (= Blutplättchen) brauchen wenige Tage. Die Neubildung der roten Blutkörperchen dauert etwa zwei Monate. Die Leistungsfähigkeit ist während dieser Zeit nicht beeinträchtigt. Die vorgeschriebenen Spendeabstände der verschiedenen Spendearten ergeben sich aus den Zeiträumen, die die jeweiligen Blutbestandteile für ihre Neubildung benötigen.

Nach dem Blutspendetermin werden die Spenden in unsere Produktions- und Logistikzentrum nach Wiesentheid gebracht. Dort werden die Blutspenden weiter verarbeitet. Dazu werden die Blutkonserven zentrifugiert und in ihre Blutbestandteile (Erythrozyten, Thrombozyten und Plasma) aufgeteilt. So entstehen Erythrozytenkonzentrate, Thrombozytenkonzentrate und therapeutisches Plasma. Am Blutspendetermin werden außerdem von jedem Spender Kontrollröhrchen entnommen. Die abgenommenen Röhrchen werden in unseren Labors in München und Wiesentheid untersucht. Im ersten Schritt werden die Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmt. Danach wird das Blut auf verschiedene Infektionskrankheiten, wie HIV, Hepatitis und Syphilis untersucht. Dies geschieht mittels Antikörper- und Virusdirektnachweis-Tests. Weitere Informationen zu den Blutuntersuchungen finden Sie auf unserem Blog . Wichtig zu wissen! Die Viren bzw. virusspezifischen Antikörper sind im Blut zwar nachweisbar, allerdings oft erst mehrere Wochen nach einer Infektion. D.h. es gibt eine sogenannte Fensterphase, in der wir den Virus trotz der Tests nicht nachweisen können. Daher ist es wichtig, dass der medizinische Fragebogen vor der Blutspende wahrheitsgemäß ausgefüllt wird. Bis zur Verwendung im Krankenhaus oder in einer Arztpraxis werden die einzelnen Blutpräparate in den Instituten des Blutspendedienstes gelagert.
Die Verarbeitung meiner Blutspende.

Falls bei einer der aufgeführten Untersuchungen ein Befund von der Norm abweichen sollte, werden Sie bzw. Ihr Hausarzt schriftlich über das Ergebnis informiert.

 

Spendefähigkeit & Gesundheit

In Abhängigkeit von Ihrem Reiseziel können Sie sich mit bestimmten Krankheitserregern, wie z. B. Hepatitis A oder Malaria, infiziert haben – ohne selbst bei Ihrer Rückkehr bereits Krankheitssymptome zu verspüren. Bei solchen Krankheiten können von dem Zeitpunkt der Infektion bis zur Nachweisbarkeit im Blut mehrere Wochen vergehen. Bei einer Blutspende direkt nach einer Reise, ist das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern auf den Blutempfänger erhöht. Die meisten Patientinnen und Patienten, die Blutkonserven benötigen, sind bereits geschwächt und sollten keinem weiteren Risiko ausgesetzt werden – auch wenn es in manchen Fällen scheinbar noch so klein sein mag. Sichere Blutprodukte für die Patienten haben höchste Priorität. Wenn Sie sich länger als 48 Stunden in einem Land mit Chikungunya-, West Nile-Virus-, Dengue-Fieber-Risiko aufgehalten haben, dürfen Sie ohne Krankheitssymptome einen Monat nach der Rückkehr wieder Blut spenden. Wenn Sie sich in einem Land mit Malaria-Risiko aufgehalten haben, können Sie ohne Symptome sechs Monate nach der Rückkehr wieder spenden, vorausgesetzt der Aufenthalt beschränkt sich auf weniger als 6 Monate. Einzelne Länder oder Regionen können kurzfristig zu Risikogebieten erklärt werden, die nicht aufgeführt sind. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie Blut spenden dürfen, kontaktieren Sie bitte unsere kostenlose Spender-Hotline unter der 0800 11 949 11.

Da es sich bei einer Tätowierung oder einem Piercing grundsätzlich um eine Verletzung handelt besteht ein Infektionsrisiko. Die Wartezeit bis zur nächsten Blutspende beträgt vier Monate, vorausgesetzt es kommt zu keinen Komplikationen in der Heilungsphase.

Wurde die Akkupunktur von einem Arzt oder einem Heilpraktiker mit einer Einmalnadel durchgeführt, besteht keine Wartezeit für den Spender.

Wenn Sie krank bzw. arbeitsunfähig geschrieben sind, dürfen Sie kein Blut spenden. Abgesehen davon, dass die Einnahme von Medikamenten oder Ihr aktueller Gesundheitszustand gegen eine Blutspende sprechen könnte, dürfen Sie auch aus versicherungstechnischen Gründen nicht spenden. Sollte es zu einem Zwischenfall kommen, z. B. auf dem Hin- oder Rückweg zum Termin, sind Sie in diesem Fall nicht versichert. Bitte beachten Sie: Wenn Sie sich nicht gesund fühlen, dürfen Sie – egal ob mit oder ohne Krankschreibung – kein Blut spenden, da Sie einen eventuellen Infekt oder ähnliches an die Transfusionsempfänger weiter geben könnten. Die Patienten befinden sich meistens schon in einem geschwächten Zustand, daher gilt es, dieses Risiko unbedingt auszuschließen.

In der Zeit der Schwangerschaft und während des Stillens darf man kein Blut spenden, da die werdende Mutter nicht durch eine Blutspende zusätzlich belastet werden soll.
Nach einer Geburt ohne Komplikationen müssen mindestens 6 Monate liegen bis die Mutter wieder zur Blutspende gehen darf. Außerdem muss sie abgestillt haben. Zwischen dem Abstillen und der Blutspende gibt es keine Wartezeit.

Nach bestimmten Krankheiten und Behandlungen besteht ein erhöhtes Risiko, Krankheiten über das Blut zu übertragen. Unsere Aufgabe ist es, die größtmögliche Sicherheit für Spender und Empfänger zu gewährleisten.

Während eines Infekts, Grippe oder auch einem grippalen Infekt, ist das Blutspenden nicht möglich. Nach einem leichten Infekt ohne Fieber, z. B. ein klarflüssiger Schnupfen, reicht eine Wartezeit, ab dem Tag der Genesung, von einer Woche aus. Handelt es sich um einen Infekt mit Fieber oder um eine Grippe muss ab dem Tag der Genesung vier Wochen abgewartet werden bis der Spender wieder zur Blutspende gehen darf.

Wenn eine Hashimoto Thyreoiditis diagnostiziert wurde, kann der Spender nicht zur Blutspende zugelassen werden. Es besteht zunächst eine Dauersperrung. Nur der Nachweis, dass die TPO-Antikörper wieder im Normbereich liegen, kann als Ausheilung betrachtet werden. Der Spender kann erst wieder zur Spende zugelassen werden, wenn uns ein Befund vorliegt.

Typ-I-Diabetiker sind insulinpflichtig und dürfen daher kein Blut spenden. Typ-II-Diabetiker können bei einer guten Blutzuckereinstellung und bei der Einnahme von Tabletten zur Blutspende zugelassen werden. Wenn aber Insulin oder ein anderes Antidiabetikum injiziert werden muss, sind auch die Typ-II-Diabetiker von der Blutspende ausgeschlossen.

Handelt es sich um eine Schilddrüsenunterfunktion ohne dass es sich um eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto Thyreoiditis handelt, darf der Betroffene Blut spenden. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion, die mit entsprechender thyreostatischer Medikation behandelt wird, ist das Blutspenden leider nicht möglich.

Bei einer Impfung mit abgetöteten Erregern kann man bereits nach einem Tag wieder spenden, wenn man sich fit und gesund fühlt. Dies betrifft folgende Impfungen: Grippe, HPV (Humanes Papillomavirus), Poliomyelitis parenteral (Salk), Tetanus und die FSME-Impfung (Zeckenimpfung). Ausnahme Hepatitis B-Impfung: Hier beträgt die Wartezeit vier Monate. Bei den Impfungen mit lebenden Erregern liegt die Wartezeit bei einem Monat. Dies betrifft folgende Impfungen: Masern-Mumps-Röteln, Poliomyelitis oral (Sabin) und Varizellen. Bei Impfungen nach bestimmten Ereignissen, wie z.B., nach einer Verletzung oder nach einer Impfung gegen Tollwut bei Verdacht auf Kontakt mit einem erkrankten Tier kann erst zwölf Monate später gespendet werden. Bei hier nicht erwähnten Impfungen wenden Sie sich bitte zur genauen Abklärung an unsere kostenlose Spender-Hotline 0800 11 949 11.

Bei Hyposensibilisierung gegen tierische Allergene (z. B. Bienengift, Wespengift, Milben) muss ab dem Tag der Behandlung mindestens eine Wartezeit von einer Woche eingehalten werden, bis man wieder Blut spenden gehen darf. Voraussetzung ist das Wohlbefinden des Spenders.
Bei Hyposensibilisierung gegen pflanzliche Stoffe wie Gräser, Pollen, kann bei Wohlbefinden ab dem Folgetag wieder Blut gespendet werden.

Eine Blutspende bedeutet für Sie gleichzeitig eine kostenfreie ärztliche Beratung mit Mini-Check. Das gespendete Blut wird auf verschiedene Parameter untersucht. Auf Erkrankungen hinweisende Befunde werden Ihnen bzw. Ihrem Hausarzt mitgeteilt. So können mögliche Krankheiten frühzeitig erkannt und damit rechtzeitig behandelt werden.

Am Spendetag selbst sollte man ausreichend gegessen haben, allerdings keine allzu fetthaltigen Speisen zu sich nehmen. Es ist ganz wichtig, dass der Spender nicht mit leerem Magen zur Blutspende erscheint. Wenn innerhalb von 4 Stunden vor der Spende keine Mahlzeit aufgenommen wurde, ist der Magen leer und es könnte zu Kreislaufprobleme bei der Spende kommen.
Um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers auf die Blutspende vorzubereiten, ist es wichtig, dass der Spender am Tag der Blutspende viel trinkt (mindestens 2 Liter) – natürlich alkoholfrei.
Alle Informationen zu einer ausgewogenen Ernährung finden Sie hier.

Anzahl und Häufigkeit Blutspenden

Zwischen zwei Blutspenden muss ein Mindestabstand von 56 Tagen liegen. Innerhalb von 12 Monaten dürfen Frauen viermal, Männer sechsmal Blut spenden. Die 12 Monate beziehen sich dabei nicht auf das Kalenderjahr, sondern auf einen 12-monatigen Zeitraum ab der ersten von vier bzw. sechs Spenden. Der gemäß Richtlinie aus dem Transfusionsgesetz vorgeschriebene Mindestabstand von 56 Tagen zwischen zwei Blutspenden sowie die maximale Anzahl von vier (bzw. sechs) Spenden innerhalb von 12 Monaten ist wichtig, damit der Körper die gespendeten Blutzellen nachbilden kann. Der gemäß Richtlinie aus dem Transfusionsgesetz vorgeschriebene Mindestabstand von 56 Tagen zwischen zwei Blutspenden sowie die maximale Anzahl von vier (bzw. sechs) Spenden innerhalb von 12 Monaten dienen dabei dem Schutz des Spenders vor Eisenmangel.

Das regelmäßige Engagement für die Blutspende wird von dem BSD innerhalb von verschiedenen Ehrungen honoriert.
Bei der 3., der 10., wie auch 25. Blutspender erhält der Spender direkt vor Ort am Blutspendetermin eine Ehrennadel und eine Urkunde überreicht. Die 25. Urkunde wird per Post zugestellt.
Bei der 50. Blutspende erhält der Spender eine Einladung zu einer Ehrungsveranstaltung in seinem BRK-Kreisverband.
Ab der 75. Blutspende finden überregionale Ehrungsveranstaltungen pro Regierungsbezirk einmal im Jahr statt. Der Spender erhält auch hierfür wieder eine Einladung. Geehrt werden die Spender von dem Blutspendedienst des BRK selbst.

Einladung zur Blutspende

Nach der ersten Vollblutspender erhält der Spender einen Dankesbrief in welchem er auswählen kann, ob er für die nächsten Blutspendetermine per Post oder per E-Mail eingeladen werden möchte.
Sollte der Spender auf diesen Brief nicht reagieren, erhält er seine künftigen Einladungen und Erinnerung per Post. Das lässt sich allerdings ganz leicht ändern.
Die Einladungen, unabhängig ob per E-Mail oder per Post, werden, sofern keine Wartezeit für den Spender besteht, 8 Tage vor dem Spendetermin verschickt. Per E-Mail erhält der Spender einen Tag vor dem Spendetermin eine weitere E-Mail zur Erinnerung.
Die Blutspender haben außerdem die Möglichkeit über unsere Homepages sich per SMS 2 Tage vor ihrem gewünschten Spendetermin erinnern zu lassen
Der Spendeort zu welchem der Spender eingeladen wird, wird anhand seiner Adressdaten ausgewählt. Möchte der Spender zu anderen Terminlokalen eingeladen werden, kann er dies bei unserer Hotline unter 0800 11 949 11 (kostenfrei, nur aus dem dt. Festnetz erreichbar) oder per E-Mail an info@blutspendedienst.com ändern lassen.

Darf ein Spender nicht spenden, weil er aus gewissen Gründen eine Wartezeit einhalten muss, erhält er keine Einladungen zur Blutspende!
Gründe für die Wartezeiten können ganz unterschiedlich sein. Beispielsweise kann es sein, dass der Mindestabstand von 56 spendefreien Tagen nicht vorüber ist. Oder die Spenderin / der Spender hat innerhalb von 12 Monaten die maximale Anzahl an zu leistenden Blutspenden bereits erreicht. Bei Frauen sind das 4 Spenden innerhalb von 12 Monaten bei Männern 6 Spenden.
Sollten die beiden angeführten Fälle bei Ihnen nicht zutreffen, haben Sie die Möglichkeit sich bei der Hotline unter 0800 11 949 11 (kostenfrei, nur aus dem dt. Festnetz erreichbar) oder per E-Mail an info@blutspendedienst.com über mögliche Wartezeiten zu informieren.
Zuletzt ist noch zu erwähnen, dass ein Spender, welcher 2 Jahre nicht zur Spende gegangen ist, keine Einladungen mehr per Post oder E-Mail zu Terminen in seiner Nähe erhält. Diese Aufhebung der Einladungssperre kann mit einer erneuten Blutspenden rückgängig gemacht werden.

Spendearten (Vollblut-, Thrombozyten-, Plasma- und Stammzellspende)

Bei der „Vollblutspende“ oder auch nur Blutspende genannt, werden dem Spender knapp 500 ml Blut abgenommen. Die Blutentnahme dauert dabei ca. 10 Minuten. Das entnommene Blut wird in seine verschiedenen Komponenten aufgetrennt. Dadurch können diese Präparate für mehrere Patienten und je nach Bedarf entsprechend zielgerichtet eingesetzt werden.

Alle Infomationen zum Ablauf einer Vollblutspende finden Sie hier.

Statistisch gesehen wird das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer eingesetzt werden müssen. Allein in Bayern werden jeden Tag 2000 Blutkonserven benötigt, um die Versorgung von kranken und verletzten Patienten gewährleisten zu können.

Der Blutspendedienst des Bayerischen roten Kreuzes organsiert jährlich ca. 4.500 Spendetermine in ganz Bayern. Finden Sie jetzt Ihren nächsten Termin in Ihrer Nähe.

Patienten mit bestimmten Störungen in der Blutgerinnung benötigen Thrombozyten (Blutplättchen). Diese Präparate werden durch ein spezielles Verfahren mit Zellseparatoren gewonnen. Den Thrombozytenspendern wird Blut entnommen, aus dem ein Teil der Blutplättchen separiert wird. Alle anderen Blutbestandteile werden sofort in den Blutkreislauf zurückgeführt.

Vor der ersten Thrombozytenspende muss jeder Spender zunächst auf die Eignung als Thrombozytenspender untersucht werden. Neben den Untersuchungen, die bei anderen Spendearten stattfinden (Messung Blutdruck, Puls, Temparatur und Hämoglobinwert), wird die Anzahl der Bluttplättchen überprüft. Nur wenn genügend Blutplättchen (Thrombozyten) vorhanden sind, wird der Spender zur Thrombozytenspende zugelassen.
Bei der Thrombozytenspende wird Blut aus einer Armvene unter Zusatz eines gerinnungshemmenden Mittels entnommen und im Zellseparator durch Zentrifugation aufgetrennt. Ein Teil der Blutplättchen mit Blutflüssigkeit (Plasma) wird entfernt, der Rest (rote Zellen und Plasma) wird im Wechsel mit der Entnahme wieder über dieselbe Armvene (Ein-Arm-System) oder ständig über eine andere Armvene (Zwei-Arm-System) zurückgegeben. Der Vorgang dauert insgesamt ca. 1 – 1,5 Stunden. Abschließend wird bei Bedarf Kochsalzlösung über das Entnahmesystem infundiert, um den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen.
Alle Informationen und Terminreservierungen finden Sie hier!

Krebspatienten, welche eine hoch dosierte Chemotherapie erhalten, sind von Transfusionen mit Thrombozytenkonzentraten abhängig, ansonsten würden sie verbluten.
Patienten, die nicht genügend eigene Thrombozyten produzieren können, wie z.B. nach einer Knochenmarktransplantation oder während einer Chemotherapie.
Ebenso benötigen Patienten nach einem sehr hohen Blutverlust oder mit einem erhöhten Verbrauch an Thrombozyten, z.B. im Rahmen einer generalisierten schweren Infektion (Sepsis) Thrombozytenkonzentrate zur Unterstützung ihrer Blutgerinnung.

Thrombozyten können nur in unseren Instituten in Nürnberg, Regensburg und München gespendet werden. Da für jeden Spender individuell ein Zellseparator aufgebaut werden muss und die Wartezeit so gering wie möglich gehalten werden soll, braucht es die vorher vereinbarten Termine Alle Informationen, wie auch Terminreservierungen finden Sie hier!

Bei der Plasmaspende, auch Plasmapherese genannt, wird dem Spender nur Blutplasma entnommen. Aus dem über ein Plasmapheresegerät entnommenen Blut wird sofort das Plasma abgetrennt. Alle anderen Blutbestandteile werden an den Spender zurückgeführt. Das Blutplasma wird entweder zur Herstellung von Plasmapräparaten oder zum unmittelbaren therapeutischen Einsatz verwendet.

Alle Informationen zum Ablauf einer Plasmaspende finden Sie hier!

Das bei der Plasmaspende gewonnene Blutplasma oder die daraus hergestellten Präparate helfen Patienten und Patientinnen, deren Funktion des Blutes durch eine Krankheit oder nach einer Verletzung gestört ist. Vor allem im Bereich der Krebstherapie werden Plasmapräparate eingesetzt. Aber auch Patienten mit einer angeborenen Immunschwäche, wie auch Blutgerinnungsstörungen sind auf die Plasmapräparate angewiesen.

Plasma spenden kann man in dem erst neu eröffneten Plasmazentrum in Würzburg. Die neuen Räumlichkeiten in der Virchowstraße 22 bieten viel Platz und schaffen ein freundliches und helles Ambiente! Hier finden Sie alle Informationen zu dem Plasmazentrum Würzburg und Terminreservierungen.
Erwähnenswert: Plasma kann man auch ohne vorher vereinbarten Termin spenden!

Die blutbildenden Stammzellen (Blutstammzellen) befinden sich bei gesunden Menschen im Knochenmark.
Sie sind Vorläuferzellen der einzelnen Blutbestandteile. Aus diesen Mutterzellen entwickeln sich die verschiedenen Blutzellen, also rote und weiße Blutkörperchen, sowie Blutplättchen.
Die Blutzellen haben eine begrenzte Lebensdauer und gehen schon nach wenigen Tagen (die Blutplättchen) oder einigen Monaten (die rote Blutkörperchen) zugrunde. Deshalb werden diese Blutzellen ständig neu in der jeweils erforderlichen Menge von den Stammzellen nachgebildet. Dieser Vorgang der Erneuerung kann jedoch gestört sein: es entstehen überwiegend unreife Blutzellen, die weitgehend funktionsuntüchtig sind. Man spricht von Leukämie (Blutkrebs).

Zunächst muss sich der Spender typisieren lassen, um als geeigneter Spender überhaupt in Frage zu kommen. Die Typisierung der Gewebemerkmale ist nur der erste Schritt für die Aufnahme in die Spenderdatei. Sollte es dann mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 – 10% in den nächsten 10 Jahren nach der Typisierung zu einer Spende kommen, gibt es zwei Methoden der Stammzellspende:
A. Die Stammzellspende aus dem peripheren Blut:
Hierbei wird dem Spender über fünf Tage ein körpereigener hormonähnlicher Stoff (Neupogen®) verabreicht. Dieses Medikament bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im Blut befinden. Der Spender wird dann an einen Zellseparator angeschlossen, der durch eine Zentrifugationstechnik diese Zellen aus dem Blut gewinnen und anreichern kann.
Die periphere Stammzellentnahme kommt inzwischen in den meisten Fällen zum Einsatz (80% der Fälle).
B. Die Knochenmarkentnahme:
Hierbei wird dem Spender unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm (nicht Rückenmark!) ca. ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Das entnommene Knochenmark bildet sich im Körper wieder vollständig nach. Insgesamt verbleibt der Spender zwei bis drei Tage im Krankenhaus. Das Risiko bei dieser Methode beschränkt sich im Wesentlichen auf das übliche Narkoserisiko. Diese Methode kommt in etwa 20 % der Spenden zum Tragen. Sie wird im Notfall eingesetzt, wenn ein Spender auf die Mobilisierung mit Neupogen nicht anspricht und keine Stammzellen im Blut angereichert werden.

Die Wahl der Spende obliegt dem Transplanteuer. Sie ist von verschiedenen Faktoren auf der Seite des Patienten abhängig (z.B: Alter, Diagnose etc.)
Weitere Informationen unter AKB.

Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11.000 Kinder und Erwachsene an Leukämie oder einer anderen bösartigen Erkrankung des blutbildenden Systems. Vielen von ihnen kann nur eine Transplantation von Blutstammzellen helfen. Dazu wird ein geeigneter Spender benötigt.

Der Blutspendedienst des BRK arbeitet in dieser Sache mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern zusammen. Das ist sinnvoll, da für die Stammzellspende nahezu dieselben Eignungskriterien wie für die Blutspende gelten. Der Blutspendedienst des BRKs bietet lediglich eine Typisierung für die Stammzellenspende am Blutspendetermin an. Alle Informationen zur Knochenmarkspende finden Sie unter www.akb.de.

Jede Blutspenderin und jeder Blutspender hat die Möglichkeit sich auf einem Blutspendetermin ein extra Röhrchen Blut zur Typisierung abnehmen zu lassen. Bei Interesse kann man dem Team vor Ort Bescheid geben. Der Blutspendedienst des BRK arbeitet in dieser Sache mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern zusammen. Alle Informationen zur Registrierung als Stammzellspender an Ihrem nächsten Blutspendetermin finden Sie hier!

Blutgruppen & Blutgruppenvererbung

Als Blutgruppe bezeichnet man die Einteilung des Blutes aufgrund verschiedener Merkmale. Die drei wichtigsten Blutgruppensystem sind das AB0-, das Rhesus- und das Kell-System. Der Kellfaktor ist ein Blutgruppenmerkmal, das mit den Buchstaben Kk (Kell-positiv) und kk (Kell-negativ) gekennzeichnet wird. Beim Rhesus-System unterscheidet man zwischen "Rhesusfaktor positiv (Rh+)" und "Rhesusfaktor negativ (Rh-)". Das AB0-System unterteilt die vier Blutgruppen A, B, AB und 0.

Vor der ersten Blutspende wird neben der üblichen Messung des Hämoglobinwerts, die Blutgruppe des Erstspenders durch einen kleinen Picks ins Ohrläppchen bestimmt. Dabei handelt es sich um die vorläufige Blutgruppenbestimmung. Die im Labor vorhanden Gerätschaften überprüfen die Blutgruppe noch einmal ganz genau. Das Endergebnis erhält der Spender dann zusammen mit seinem Blutspendeausweis ca. 4 Wochen nach der ersten Spende per Post.

Bei der Transfusion von Blutkomponenten muss die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerblut anhand der Merkmale Blutgruppe und Rhesusfaktor gegeben sein.

Spender mit der Blutgruppe Null (speziell mit dem Rhesusfaktor negativ) sind immer gefragt, denn sie gelten als sogenannte Universalspender. Das heißt, ihr Blut ist mit allen anderen Blutgruppen kompatibel. Vor allem in Notfällen kann das lebensrettend sein.
Null negative Blutspender sind sehr selten – gerade einmal sechs Prozent der in Deutschland lebenden Bevölkerung haben diese Blutgruppe.

Über die Mendelschen Gesetze ist genau festgelegt, wie die Blutgruppen des Menschen vererbt werden. Alle Informationen und die mögliche Blutgruppe Ihrer Kinder finden Sie hier.

Gesundheitscheck

Als kleines Dankeschön für das Engagement seiner Blutspenderinnen und Blutspender bietet der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes zusätzliche Blutuntersuchungen an. Frauen, die drei Mal und Männer, die vier Mal innerhalb von 12 Monaten spenden und Spender, die zu Ihrer Spende einen Erstspender mitbringen erhalten einen Gutschein für einen Gesundheitscheck.
Wichtig: Der Anspruch auf diesen Gutschein erfolgt wirklich nur, wenn sich die geforderten Spenden in einem 12 Monats-Zyklus befinden. Wenn eine Spenderin also im März 2017 zu ihrer ersten Spende geht, muss sie bis März 2018 mindestens drei Spenden geleistet haben, um den Gutschein zu erhalten.
Weitere Infos finden Sie hier!

 


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